Freitag, 14. Dezember 2018

Dow Jones Holtzbrinck scheidet aus

Der deutsche Verleger Dieter von Holtzbrinck ist aus dem Board des US-Verlags Dow Jones zurückgetreten. Holtzbrinck begründete seinen Schritt schriftlich mit Bedenken gegenüber Rupert Murdoch. Der Medienmogul will das Mutterhaus des "Wall Street Journal" übernehmen.

New York - Der Verleger Dieter von Holtzbrinck hat das Führungsgremium des US-Medienkonzerns Dow Jones Börsen-Chart zeigen verlassen, um gegen eine Übernahme durch den Medienmogul Rupert Murdoch zu protestieren.

Skeptisch: Von Holtzbrinck verlässt den Dow-Jones-Vorstand
DPA
Skeptisch: Von Holtzbrinck verlässt den Dow-Jones-Vorstand
Den Rücktritt gab von Holtzbrinck am Donnerstag in einem Brief an das Gremium bekannt, nachdem dieses sich am Vortag mehrheitlich für das Übernahmeangebot von Murdochs News Corp im Wert von fünf Milliarden Dollar ausgesprochen hatte. Das letzte Wort über einen Verkauf hat die Familie Bancroft, die Dow Jones über einen 64-Prozent-Anteil kontrolliert.

In seinem Brief bezeichnete von Holtzbrinck die Murdoch-Offerte von 60 Dollar je Aktie zwar als "sehr großzügig in finanzieller Hinsicht". Dennoch sorge er sich um die journalistische Unabhängigkeit des renommierten "Wall Street Journal" von Dow Jones, die nach einer Übernahme "stark leiden" würde. "Ich kann nicht belegen, dass meine Bedenken richtig sind", schrieb von Holtzbrinck weiter. "Ich kann nur auf die Praktiken von News Corp. Börsen-Chart zeigen in der Vergangenheit verweisen."

Zwar soll ein Sonderkomitee über die journalistische Qualität des "Journals" und über Personalfragen überwachen, doch Holtzbrinck bezweifelt in dem Brief, dass sich dieses Gremium gegen Murdoch durchsetzen könnte.

Der Dow-Jones-Vorstandsvorsitzende Peter McPherson sagte in einer schriftlichen Reaktion, der Vorstand nehme Holtzbrincks Rücktritt mit Bedauern an. Der Deutsche gehörte dem Board seit 2001 an.

Die Verlagsgruppe Holtzbrinck bringt unter anderen das "Handelsblatt", verschiedene regionale Tageszeitungen sowie die "Zeit" heraus. Dieter von Holtzbrinck hatte sich 2006 als Gesellschafter aus dem Unternehmen zurückgezogen. Der Verlag wird seit dem von seinen Geschwistern Monika Schoeller und Stefan von Holtzbrinck geführt.

manager-magazin mit Material von reuters und ap

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