Mittwoch, 21. November 2018

Gazprom Bergmann bleibt Aufseher

Seit sechs Jahren sitzt Burckhard Bergmann, Chef von Eon Ruhrgas, im Gazprom-Aufsichtsrat. Der Deutsche ist der einzige ausländische Kontrolleur des russischen Energiekonzerns und bleibt es für mindestens ein weiteres Jahr.

Moskau/Essen - Der Chef der Essener Eon Ruhrgas, Burckhard Bergmann, bleibt als einziger Ausländer im Aufsichtsrat des russischen Energiekonzerns Gazprom Börsen-Chart zeigen. Die Hauptversammlung des weltweit größten Gasproduzenten wählte Bergmann am Freitag für ein weiteres Jahr in das Gremium. Der Manager war bereits in den vergangenen sechs Jahren Mitglied des Aufsichtsrats.

Als Aufsichtsratsmitglied von Gazprom wiedergewählt:
Eon-Ruhrgas-Chef Bergmann
Eon Ruhrgas, ein Tochterunternehmen von Eon Börsen-Chart zeigen, hält einen Anteil von 6,5 Prozent an dem vom Kreml kontrollierten Energieriesen. Derzeit führt Gazprom noch immer Gespräche mit Eon über die Erschließung des Gasfeldes Juschno Russkoje. Offenbar verlangt der russische Staatskonzern mehr Geld für die Beteiligung des Düsseldorfer Konzerns.

Die Gazprom-Führung kündigte kürzlich Investitionen im Stromsektor Deutschlands, Frankreichs, Belgiens und der Niederlande an. "Gazprom betrachtet die Stromerzeugung als ein sehr profitträchtiges Geschäftsfeld", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende und Vizeregierungschef Dmitri Medwedew.

Der erkrankte Gazprom-Vorstandsvorsitzende Alexej Miller bekundete jüngst in einem Zeitungsinterview das Interesse seines Konzerns an der von der EU geplanten Gaspipeline "Nabucco" vom Kaspischen Meer nach Südeuropa.

Der Gazprom-Konzern hat das vergangene Jahr mit einem Rekordgewinn abgeschlossen. Nach internationaler Rechnungslegung stieg der Nettogewinn 2006 auf 636,46 Milliarden Rubel (18,3 Milliarden Euro), wie das Unternehmen mitteilte. Im Jahr zuvor waren es noch 315,93 Milliarden Rubel gewesen.

Der Umsatz stieg auch wegen der höheren Energiepreise um 55 Prozent auf knapp 62 Milliarden Euro. Aber auch die Verbindlichkeiten nahmen zu. Zum Jahresende beliefen sie sich auf 807,8 Milliarden Rubel, nach zuvor 797,5 Milliarden. Der Anstieg resultiere vor allem aus umfangreichen Investitionen, unter anderem für Zukäufe im Ausland, erklärte der Konzern.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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