Freitag, 14. Dezember 2018

Kiekert Neue Eigner, neuer Chef

Im Herbst vergangenen Jahres übernahm ein Konsortium aus Finanzinvestoren den Autozulieferer Kiekert, kurz darauf zogen zwei Sanierer in den Vorstand ein. Nun wird auch der Chef ausgetauscht.

Düsseldorf - Der Automobilzulieferer Kiekert bekommt einen neuen Vorstandschef. Karl Krause werde ab Juni den Hersteller von Autoschließsystemen leiten, teilte das ehemals börsennotierte Unternehmen am Montag mit. Vor seinem Wechsel zu Kiekert arbeitete Krause für den Zulieferer Visteon.

Neuer Kiekert-Chef: Visteon-Manager Krause
obs/Kiekert
Neuer Kiekert-Chef: Visteon-Manager Krause
Der 46-Jährige löst Wolfgang Theis ab, der seit 1999 an der Spitze von Kiekert stand und in den Ruhestand geht. Theis war zuletzt mit den Gewerkschaften aneinandergeraten, weil er Arbeitsplätze ins billigere Ausland verlagern wollte.

Sechs Jahre nach dem Kauf durch den Finanzinvestor Permira war Kiekert im Herbst 2006 von einer Investorengruppe aus Bluebay, Silver Point und Morgan Stanley Börsen-Chart zeigen sowie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen übernommen worden. Inzwischen ist die Deutsche Bank aus dem Konsortium ausgestiegen. Permira hatte das damaligen MDax-Unternehmen im Jahr 2000 für 530 Millionen Euro gekauft und 2003 von der Börse genommen.

Kiekert-Kunde: Fordwerke in Köln
Die neuen Investoren haben den Vorstand des angeschlagenen Automobilzulieferers bereits im Februar umstrukturiert. Den Posten des Controlling-Vorstands hat Jay Bratz übernommen, für Restrukturierung ist nun Ulrich-Nicolaus Kranz verantwortlich. Bratz und Kranz kommen von der Düsseldorfer Sanierungsberatung Droege & Comp.

Kiekert wurde 1857 von Arnold Kiekert in Isenbügel als Schloss- und Beschlagfabrik gegründet. 1994 wurden die verschiedenen Firmenteile zur Kiekert AG verschmolzen, ein Jahr später ging Kiekert an die Börse.

Der Türschloss-Hersteller, der seinen Weltmarktanteil auf 20 Prozent beziffert, war zwischenzeitlich in Schwierigkeiten beim Schuldendienst geraten. Die Firma setzte 2005 rund 460 Millionen Euro um und beschäftigt insgesamt 3500 Menschen, davon 1600 in Deutschland.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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