Mittwoch, 19. Dezember 2018

BP John Browne tritt zurück

Nach einem verlorenen Rechtsstreit hat BP-Chef Browne seinen bereits angekündigten Rücktritt vorgezogen. Der langjährige Manager von Europas größtem Ölkonzern fürchtet Berichte über sein Privatleben. Sein Nachfolger wird mit sofortiger Wirkung Vorstandskollege Tony Hayward.

London - Europas größter Mineralölkonzern BP hat einen neuen Chef. An der Spitze steht mit sofortiger Wirkung Tony Hayward, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Er löst John Browne ab, der seinen Rücktritt eingereicht hat. Eigentlich war der Führungswechsel für den Sommer geplant. Hayward zeichnete bislang für Förderung und Exploration verantwortlich.

Wehmütiger Abschied: Browne hat BP das grüne Image verschafft
BP akzeptierte den Rücktritt mit "tiefstem Bedauern". Browne habe seinen Rücktritt vor Ablauf der Amtszeit mit der Aufhebung einer Einstweiligen Verfügung gegen eine Zeitungsgruppe begründet. Mit der Einstweiligen Verfügung hatte der Manager erwirkt, dass die Medien nicht über sein Privatleben berichten durften.

Nach der Entscheidung vom Dienstag darf das Verlagshaus Associated Newspapers nun Details aus seinem Privatleben veröffentlichen. Er soll laut Medienberichten eine Beziehung zu einem anderen Mann haben. Brownes Ex-Partner Jeff Chevalier, mit dem der BP-Chef jahrelang eine Beziehung gehabt hat, hatte sich mit privaten Details an Associated Newspapers ("Mail on Sunday") gewandt.

Browne wird beschuldigt, Ressourcen von BP missbraucht zu haben. Die Behauptungen seien falsch, sagte Browne. Sein Rücktritt sei freiwillig, "um dem Unternehmen unnötige Peinlichkeiten zu ersparen", sagte er am Dienstag. "Während meiner 41 Jahre mit BP habe ich mein Privatleben immer von dem Geschäftlichen getrennt. Ich habe meine Sexualität immer als Privatsache angesehen, als etwas, das geheim gehalten wird." Browne, der bei BP seit 1995 die Geschäfte führte, hatte bereits im Januar angekündigt, sein Amt vorzeitig abzugeben. Bei dem Konzern gilt für Spitzenkräfte eine Altersgrenze von 60 Jahren, die Browne im Februar 2008 erreichen wird.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dow jones und dpa

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