Mittwoch, 19. Dezember 2018

Merz Adieu, Mister Merck

Nur sieben Monate währte für Bernhard Scheuble, Ex-Lenker des Pharmakonzerns Merck, das Glück bei seinem Arbeitgeber Merz. Überraschend trennte sich das Familienunternehmen nun von seinem Chef.

Frankfurt am Main - Die Frankfurter Pharmagruppe Merz trennt sich nach nur sieben Monaten überraschend von seinem Vorstandschef Bernhard Scheuble. Wie die Merz GmbH & Co KGaA am Montagabend mitteilte, werde Scheuble "in gegenseitigem, freundschaftlichem Einverständnis" seine Aufgaben zum 30. April 2007 beenden und das Unternehmen verlassen. Beide Seiten bedauerten dies.

Bei Merz ausgeschieden: Ex-Merck-Lenker Scheuble
Eine Begründung wurde nicht genannt. Nun werde Jochen Hückmann als Vorsitzender des Gesellschafterrates des Familienunternehmens zusammen mit den Geschäftsführern Martin Zügel, Armin von Buttlar und Hartmut Erlinghagen die Leitung der Merz-Gruppe übernehmen.

Scheuble hatte erst am 1. Oktober die Führung des Unternehmens, das auch Schreibgeräte und bekannte Gesundheitsprodukte wie "Tetesept" und "Merz Spezial Dragees" herstellt, übernommen. Mit ihm hatte erstmals seit 98 Jahren kein Mitglied der Merz-Eigentümerfamilie den Konzern geleitet, womit sich auch Hoffnungen auf mehr Transparenz verbunden hatten.

Davor hatte Scheuble fünf Jahre lang den Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck Börsen-Chart zeigen geleitet, bevor er das Unternehmen im November 2005 überraschend verließ. Er ging, nachdem es zwischen ihm und der Eigentümerfamilie zu Differenzen über die künftige Strategie des Unternehmens gekommen war. Scheuble leitete das Unternehmen seit Mitte 2000 und gehörte seit 1998 der Geschäftsleitung an. Insgesamt war Scheuble 24 Jahre lang bei Merck, was im den Spitznamen "Mister Merck" einbrachte. Merck machte im vergangenen Jahr mit der milliardenschweren Serono-Übernahme Börsen-Chart zeigen von sich reden.

Merz hat seinen Schwerpunkt bei Arzneimitteln zur Behandlung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen und ist führend im Bereich der Alzheimer-Forschung. Außerdem ist die Merz-Gruppe, die weltweit 1900 Mitarbeiter beschäftigt, im Bereich Kosmetik und Gesundheit tätig.

Die Merz-Gruppe teilte weiter mit, dass der Umsatz in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres 2006/2007 (Ende Juni) um rund 14 Prozent auf über 400 Millionen Euro gestiegen sei. Das Ergebnis sei noch stärker gewachsen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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