Montag, 17. Dezember 2018

Christophe de Margerie Total-Chef verhört

Es geht um Schmiergeldzahlungen im Iran. Nun ist der neue CEO des französischen Ölkonzerns Total, Christophe de Margerie, im Zuge der Ermittlungen von einem Pariser Untersuchungsrichter vorgeladen und vernommen worden.

Paris - Christophe de Margerie war am Mittwochmorgen zusammen mit zwei weiteren Total-Managern von der Behörde für Finanzdelikte vorgeladen worden, wie das Unternehmen und die Justiz bestätigten.

Christophe de Margerie: Ermittlungsrichter lädt Total-Chef vor
Die Ermittlungsrichter Philippe Courroye und Xavière Simeoni haben ein Verfahren wegen Veruntreuung von Firmengeld und Bestechung im Ausland gegen Total eröffnet. Sie wollen wissen, ob Total unter der Hand Provisionen gezahlt hat, um 1997 den Zuschlag für die Ausbeutung eines iranischen Gasfeldes im Persischen Golf zu bekommen.

Total erklärte noch am selben Tag, die Unterzeichnung des Vertrages sei "ein Erfolg" gewesen und habe ausschließlich den industriellen Interessen des Ölkonzerns gedient. Die Gesetze seien respektiert worden und der Konzern stehe hinter Margerie. Der Manager hatte erst vergangenen Monat Thierry Desmarest an der Spitze von Total abgelöst, zuvor war er bei dem Konzern für die Ölförderung verantwortlich.

Gegen ihn läuft bereits ein förmliches Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit dem Öl-für-Lebensmittel-Programm für den Irak. Zusammen mit weiteren Spitzenmanagern soll er ein verdecktes System von Schmiergeldzahlungen eingeführt haben, um sich Verträge mit dem Irak zu sichern und das Ölembargo der Vereinten Nationen zu unterwandern.

Der Kurs von Total gab nach der Meldung über die Vernehmung Margeries in Paris um 0,2 Prozent auf 49,74 Euro nach.

manager-magazin.de mit Material von ap

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