Freitag, 22. Februar 2019

Buffetts Jobprofil Manager für 165 Milliarden Dollar gesucht

In seinem jährlichen Brief an die Aktionäre beschreibt die Investment-Legende Warren Buffett, welche Fähigkeiten sein Nachfolger haben muss. Intelligenz reiche nicht aus, denn es werden "bizarre Dinge" am Markt passieren. Ein Jobprofil für Buffetts Nachfolger.

Omaha - Was muss man mitbringen, wenn man einen der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten in seinem Amt beerben will? In seinem "Annual letter to the shareholders" deutet der 76-Jährige Buffett an, dass er sich langsam auf die Suche nach jüngeren Nachfolgern für die Konzernspitze mache.

Topjob zu vergeben: Warren Buffett
"Berkshire hat drei hervorragende Kandidaten, um mich als CEO zu ersetzen. Das Board weiß genau, was es im Falle meines Todes zu tun hat", schreibt Buffett. Jeder der drei Kandidaten sei deutlich jünger als er selbst.

Buffett hatte bereits angekündigt, seine Führungsrolle eines Tages in die eines Vorstandschefs (CEO) und eines Investment-Chefs (CIO) aufzuteilen. Für eine Zwischenperiode könnte Lou Simpson, Chef der Berkshire-Versicherungstochter Geico, seine Nachfolge übernehmen. Auf Grund seines ebenfalls reifen Alters sei Simpson (71) jedoch keine langfristige Lösung für die Holding.

"Mehr als Intelligenz und Performance"

"Ich will einen jüngeren Kandidaten gewinnen, der das Potenzial hat, ein sehr großes Portfolio zu managen", schreibt Buffett, dessen Firmenimperium einen Wert von rund 165 Milliarden Dollar hat. Möglicherweise werde man auf verschiedene Kandidaten zurückgreifen und dann einen geeigneten Buffett-Nachfolger unter ihnen auswählen.

"Den richtigen zu finden wird nicht einfach sein", weiß Buffett. Intelligente Leute mit beeindruckenden Investment-Erfahrungen zu finden, sei nicht schwierig. Aber um langfristig erfolgreich zu investieren, brauche man weit mehr als nur Intelligenz und eine gute jüngere Performance.

"Märkte werden außergewöhnliche, bizarre Dinge tun", sagt Buffett voraus. Ein einzelner großer Fehler könnte eine lange Reihe von Erfolgen auslöschen. "Wir brauchen daher jemanden, der es in seinen Genen hat, gefährliche Risiken zu erkennen und zu vermeiden", schrieb Buffett. Und er hebt hervor: "Dazu gehören Risiken, denen wir niemals zuvor begegnet sind."

Kritik an Hedgefonds

Bestimmte Gefahren, die in Investmentstrategien stecken, könnten mit den heute üblichen Modellen der Finanzwelt gar nicht erst identifiziert werden.

Buffett, der in der Vergangenheit bestimmte Finanzderivate bereits als potenzielle "finanzielle Massenvernichtungswaffen" bezeichnet hatte, übt in seinem aktuellen Brief außerdem scharfe Kritik an Hedgefonds. Die "Rattenfänger der Performance" versprächen Anlegern, dass sie alle überdurchschnittliche Renditen erzielen könnten - vor allem dadurch, dass sie noch höhere Gebühren zahlten. Es sei eine Dummheit, bei diesem Spiel mitzuspielen. Anleger sollten sich davor hüten, solchen Renditeversprechen zu folgen.

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