Dienstag, 11. Dezember 2018

Statussymbole Zeichen der Macht

Schein oder Sein? Statussymbole zeigen, wer wie wichtig ist. Vor allem bei der Karriere spielt das eine Rolle: Der Rang in der Hierarchie lässt sich häufig an Äußerlichkeiten erkennen. Wer allerdings mit Statussymbolen falsch umgeht, torpediert den eigenen Aufstieg.

Hamburg - Statussymbole machen Eindruck - dem kann sich kaum jemand entziehen. "Das ist Sozialpsychologie", sagt die Karriereberaterin Madeleine Leitner aus München. "Bei einer Frau mit Cartier-Uhr denken alle "Die muss erfolgreich sein".

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Nach dem gleichen Muster funktionieren Titel: "Das ist immer noch so. Wenn jemand einen Doktor hat, lassen wir uns leicht davon blenden", sagt Peter W. Klose, Fachmann für Etikette-Fragen aus Köln. "Skandinavier oder Holländer legen oft nicht einmal Wert auf einen Professorentitel, aber das ist bei uns anders."

"Wer etwas werden will, muss die anderen glauben machen, dass er es tatsächlich werden könnte", erklärt Claudia Cornelsen die Psychologie der Statussymbole: Möchtegern-Führungskräfte müssen eben so auftreten, dass ihnen der Job auch zugetraut wird. "Natürlich darf nicht schon der Trainee mit Einstecktuch und Manschettenknöpfen rumlaufen", sagt Cornelsen, Personality-Coach aus Hamburg. "Für die Karriere ist es unverzichtbar, zu wissen, wie und wann solche Statussymbole gezeigt werden."

Teure Uhren und Autos sind nur die platteste Variante: Statussymbole können auch exklusive Urlaubsziele sein: "Wer im Gespräch fallen lässt, dass er gerade auf den Seychellen war, signalisiert, dass er sich etwas leisten kann", sagt Cornelsen. "Wer von seinen Besuchen in Tokio und Toronto erzählt, demonstriert Weltläufigkeit." Die nächste Stelle in London geht sicher nicht an den Kollegen, der immer nur in Oberösterreich Urlaub macht.

Manche Statussymbole zeigen "Ich bin hip, ich kenne mich aus". Das gilt zum Beispiel für technische Accessoires. "Den roten iPod zum Beispiel", sagt Claudia Cornelsen. "Technische Geräte haben allerdings einen Nachteil: Sie veralten schnell und wirken dann eben nicht mehr hip."

Bestimmte Signale werden von jedem als Statussymbol verstanden: Der Learjet des Firmenchefs zum Beispiel oder das Büro am Ende des Flurs mit Vorzimmer. Aber auch unterhalb der Vorstandsetage spielt Status eine Rolle, bei Details, die leicht übersehen oder unterschätzt werden: "Ob man einen eigenen Parkplatz hat zum Beispiel", sagt Peter W. Klose, "möglichst mit dem eigenen Namen gekennzeichnet, nicht nur mit der Autonummer."

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