Mittwoch, 14. November 2018

Führungswechsel Außenseiter übernimmt bei Credit Suisse

Wechsel an der Spitze von Credit Suisse: Der bisherige Chef Oswald Grübel tritt zum 4. Mai dieses Jahres zurück und hat zum Abgang noch einmal einen Rekordgewinn hingelegt. Sein Nachfolger wird der bisherige Chef der CS Investmentbanking, der Amerikaner Brady Dougan.

Zürich - Der Chef des Bankkonzerns Credit Suisse Börsen-Chart zeigen, Oswald Grübel, tritt zurück und hat seinen Abgang mit einem Rekordgewinn gekrönt. Wie der zweitgrößte Schweizer Bankenkonzern am Donnerstagmorgen bekannt gab, soll der Rücktritt bei der CS-Aktionärsversammlung am 4. Mai erfolgen. Grübels Nachfolger wird der Investmentbanker Brady Dougan, der bislang nicht als heißer Kandidat für die Nachfolge gehandelt worden war.

Überraschender Abgang: Credit Suisse-Chef Oswald Grübel (r.) übergibt das Ruder an Brady Dougan
Zu Grübels Rücktrittsgründen wurden in der Mitteilung keine klaren Angaben gemacht. Er habe die Frage seiner Nachfolge in enger Abstimmung mit dem Verwaltungsrat begleitet, heißt es. Auf den ersten Blick schien es Marktbeobachtern überraschend, dass ein Investmentbanker und nicht ein Private Banker die Leitung des Konzerns übernimmt. Ursprünglich waren Chef-Justiziar Urs Rohner und der ehemalige Winterthur-Sanierer Leonard Fischer als heiße Nachfolgekandidaten für Grübel gehandelt worden.

Die zweitgrösste Schweizer Bank steigerte im abgelaufenen Jahr 2006 den Reingewinn um 94 Prozent auf 11,33 Milliarden Franken (umgerechnet rund 6,9 Milliarden Euro). Darin war allerdings auch der einmalige Gewinn aus dem Verkauf der Winterthur Versicherung von 1,82 Milliarden Franken enthalten.

Erfolgreiches integriertes Geschäftsmodell

Aber auch das von Grübel in die Wege geleitete integrierte Geschäftsmodell trug nach Angaben der Bank vom Donnerstag mit einer höheren Effizienz und einer besseren Profitabilität zu dem Ergebniswachstum bei.

Im vierten Quartal allein kam die Bank auf einen Reingewinn von 4,673 Milliarden Franken und übertraf damit Analystenschätzungen. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal lag die Steigerung bei gut 320 Prozent. Auch ihre Kosten hatte die Bank im vergangenen Jahr gut im Griff: Die Cost-Income-Ratio (reported) für das vierte Quartal lag bei 60,3 (Vorjahresperiode: 86,5) Prozent und bei 63,2 (76,2) Prozent für das ganze Jahr.

Satter Gewinnsprung beim Investmentbanking

Die Bank konnte in allen wichtigen Geschäftsbereichen zulegen. Das galt vor allem für das Investment Banking, das wegen hoher Kosten lange ein Sorgenkind gewesen war. Dort stiegen die Erträge nun viel stärker als die Kosten und entsprechend sprang der Gewinn vor Steuern nach oben.

Im Wealth Management setzte die Bank das Wachstum fort. Der Neugeldzufluss im Berichtsquartal lag bei 8,6 Milliarden Franken. Analysten hatten allerdings mit 9,7 Milliarden Franken gerechnet. Der Zufluss dieses Bereiches im ganzen Jahr betrug 50,5 Milliarden Franken. Der Vorsteuergewinn des Private Banking, dessen wichtigster Teil das Wealth Management ist, stieg mit zweistelligen Prozentwerten.

Das Asset Management, der dritte kleine Bereich der Bank, war von einem nur schwach wachsenden Ertrag und kräftig steigenden Kosten geprägt. Der Vorsteuergewinn ging dort deutlich zurück. Im ganzen Konzern kam Credit Suisse auf Netto-Neugelder von 95,4 Milliarden Franken. Mit Blick auf das laufende Jahr erklärte Credit Suisse, der Start in das neue Jahr sei "gut" ausgefallen. Die Bank sei bestens positioniert, um die sich bietenden Wachstumschancen zu nutzen.

Wie bereits beim Investor Day im Januar angekündigt, will die Schweizer Bank ihren Aktionären eine auf 2,24 (2,00) Franken angehobene Dividende zahlen. Zudem soll die Generalversammlung einer Nennwertreduktion von 0,46 Franken je Aktie zustimmen. Außerdem beantragt das Institut den Rückkauf eigener Aktien im Umfang von maximal acht Milliarden Franken über drei Jahre.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ap, dpa und dpa-afx

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