Montag, 17. Dezember 2018

Management Teamplayer gesucht

Immer häufiger entwickeln Unternehmen mit eigenen Mitarbeitern und Externen neue Produkte in Projektgruppen. Der Vorteil: Die Arbeit ist interessant und lukrativ, Teamplayer haben gute Aufstiegschancen. Andererseits ist der Konkurrenzdruck hoch. Und geht ein Projekt schief, lassen sich eigene Fehler kaum mehr kaschieren.

Duisburg/Nürnberg - Menschen aus verschiedenen Abteilungen und mit unterschiedlichen Qualifikationen kommen zusammen, um eine neue Software zu entwickeln oder ein Hochhaus zu planen. Nach der Arbeit kehren alle wieder an ihren angestammten Platz zurück und gehen ihren gewohnten Tätigkeiten nach.

Arbeit im Team: Bei Projekten wie etwa Großaufträgen für Architektenbüros müssen auch externe Mitarbeiter eingebunden werden
Projektarbeit ist nicht mehr nur typisch für die IT-Branche, den Bausektor oder Wissenschaftler. Vielmehr werden heutzutage bestimmte Aufgaben in vielen Branchen in Projekten realisiert.

"Projekte sind Aufträge mit festgelegtem Anfang und Ende. Das Ziel wird dabei meistens erst unterwegs gefunden, zum Beispiel bei der Entwicklung einer neuen Werbestrategie", sagt der Soziologe Matthias Knut. Der Experte vom Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen weiß, dass in Projekten ohne Kreativität fast nichts geht.

Budget und Ressourcen sind beschränkt, da müssten sich die Mitarbeiter zum Teil schon etwas einfallen lassen, um die Arbeit den Wünschen des Auftraggebers gemäß zu erledigen. Und wer nicht außergewöhnliche Kompetenzen in der Kommunikation aufweisen kann, habe es in Projekten schwer.

Das Zusammenkommen mit Menschen, die sich üblicherweise nicht kennen, stellt für viele eine Herausforderung dar. Die Selbstverantwortung jedes Einzelnen sei hoch, Bereitschaft zu Überstunden gefragt, sagt Knut. Dabei werden Projekte zunehmend nicht nur von Freien und "außer Haus" realisiert. "Vielmehr konkurrieren die internen Mitarbeiter eines Unternehmens mit externen um die Arbeit." Die Firmenchefs, sei es in der Werbebranche oder in der Automobilindustrie, würden Arbeitsaufträge offiziell ausschreiben, um die sich Festangestellte wie Freiberufler bewerben können.

"Das Unternehmen verfolgt damit das Ziel, Kosten zu sparen und die Ausgaben kontrollierbarer zu machen", erläutert Knut. Denn egal ob fest oder frei - der Job sei von allen in gleicher Qualität und Zeit zu erledigen. "Das stellt ganz neue Anforderungen an die Mitarbeiter", sagt der Berufsbildungsexperte im Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, Dirk Werner.

"Ein Ingenieur muss in Projekten auch mit einem Volkswirt sprechen und zusammenarbeiten." Fachübergreifendes Wissen ist dann gefragt. Auch sollten Projektarbeiter teamfähig sein, um über die eigenen Fachgrenzen hinaus kommunizieren zu können. "Und ganz wichtig ist auch die Bereitschaft, sich auf wechselnde Arbeitsgebiete einzulassen", gibt Werner zu bedenken.

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