Montag, 17. Dezember 2018

WAZ Verleger Erich Schumann ist tot

WAZ-Miteigentümer und Geschäftsführer Erich Schumann ist tot. Der Jurist starb am Sonntagabend im Alter von 76 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit. Schumann hatte den Verlag zusammen mit Günther Grotkamp in den 80er und 90er Jahren zu einem der größten deutschen Medienkonzerne ausgebaut.

Essen - Der Miteigentümer und Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe, Erich Schumann, ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 76 Jahren in einem Krankenhaus, wie ein Sprecher der Essener Mediengruppe bestätigte.

Führte lange die Geschicke des Verlags: WAZ-Geschäftsführer Schumann
Schumanns Weg an die WAZ-Spitze war keineswegs vorgezeichnet: Weder gehörte er von Geburt einer der Gründerfamilien an, noch besaß er eine Vorliebe für das Verlagsgeschäft. Aus kleinbürgerlichen Verhältnissen stammend - der Vater war ein einfacher Kaufmann - entschied sich der junge Mann für die Juristerei mit Schwerpunkt Steuern. Nachdem er beide Staatsprüfungen erfolgreich abgelegt hatte, stieg der erst 30-Jährige zum Seniorchef einer Bonner Sozietät für Wirtschaftsrecht auf.

Früh war Schumann der SPD beigetreten. In der Partei startete er seine erste Karriere. Er vertrat die Genossen vor Gericht oder Untersuchungsausschüssen und stand sowohl Herbert Wehner als auch Willy Brandt mit Rat und Tat zur Seite. Als Syndikus der Sozialdemokraten erwarb sich Schumann hohes Ansehen. Die entscheidende Wende aber erfuhr sein Leben, als "WAZ"-Patriarch Erich Brost sich 75-jährig entschloss, in den Ruhestand zu treten.

Seit dem Ende der 70er Jahre hatte Brost senior versucht, seinen leiblichen Sohn Martin als Nachfolger aufzubauen - mit eher mäßigem Erfolg. Zwar mühte sich der Filius tapfer, ein veritabler Verleger zu werden. Den Ansprüchen des Vaters konnte der studierte Philosoph, der sich vorübergehend als Ökogärtner verdingte und für fernöstliche Religionen begeisterte, indessen nie genügen.

Auf Drängen des Alten musste der Junior Erich Schumann an Bord holen. Bei dem witterte Erich Brost nicht nur den richtigen "Stallgeruch". Ihm traute er zu, die ständigen Auseinandersetzungen mit dem Funke-Clan, genauer gesagt mit deren Statthalter Günther Grotkamp, durchzustehen und sein "publizistisches Erbe" nach außen hin angemessen zu vertreten. 1978 rückte Schumann in die Chefetage des Konzerns ein. Martin Brost gab sich geschlagen und sein Erbteil - den 50-Prozent-Anteil am Unternehmen - zurück.

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