Dienstag, 20. November 2018

Josef Ackermann 2010 ist Schluss

Nach dem Vertragsende im Jahr 2010 will Josef Ackermann seine Karriere bei der Deutschen Bank beenden, kündigte er in einem Interview an. Ein Wechsel in den Aufsichtsrat komme nicht in Frage. Zudem sprach sich der Chefbanker dafür aus, in der Industriepolitik nationale Interessen zu wahren.

Hamburg/Frankfurt am Main - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann will spätestens 2010 abtreten, ohne in den Aufsichtsrat zu wechseln. Dies sagte der Manager dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL.

Blick in die Zukunft: Deutsche-Bank-Chef Ackermann will nach dem Ende seiner Karriere möglicherweise Unidozent werden
Auf die Frage, ob er nach Auslaufen seines Vertrages 2010 abtrete, sagte Ackermann: "Ich werde dieses Jahr 59. Ich habe mir eigentlich immer gesagt, dass mit 62 spätestens mein aktives Berufsleben abgeschlossen ist." Zudem sei er "der festen Meinung, dass der Vorstandsvorsitzende im Normalfall nicht in den Aufsichtsrat wechseln sollte". Nach seiner Amtszeit wolle er "Erfahrungen weitergeben, an der Uni oder vielleicht auch im gesellschaftlichen Bereich", sagte Ackermann weiter.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) begrüßte die Ankündigung: "Ackermann sollte ein Vorbild für andere Vorstandschefs sein", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker dem "Tagesspiegel am Sonntag". In 14 von 30 Dax-Unternehmen werde der Aufsichtsrat von ehemaligen Vorstandsvorsitzenden geleitet. Dies sei im Sinne guter Unternehmensführung sehr problematisch.

Ackermanns Vorgänger auf dem Chefposten der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen, Hilmar Kopper und Rolf Breuer, hatten nach ihrer Vorstandszeit den Vorsitz des Kontrollgremiums übernommen. Eine Übung, die bei Experten auf wenig Gegenliebe stößt: Derzeit steht etwa Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer in der öffentlichen Kritik, weil er als amtierender Aufsichtsratschef einen Schmiergeld-Skandal aus seiner Amtszeit als Vorstandsvorsitzender aufklären soll.

Einen Nachfolger hat Ackermann laut dem Interview nicht im Auge. "Wir sind eine Bank mit vielen Talenten", sagte der Manager. Das Sprechen der deutschen Sprache sei nicht das alleinige Kriterium für die Berufung auf den Chefposten, sicherlich aber von Vorteil. Als ein Kandidat gilt der in London lebende Inder Anshu Jain, der das Investmentbanking leitet. In Medienberichten hieß es zuletzt, er lerne mittlerweile Deutsch.

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