Samstag, 17. November 2018

Gazprom Ex-KGB-Offizier wird Vize

Russlands Gasmonopolist Gazprom hat überraschend seinen Vizechef Alexander Rjasanow gefeuert. Rjasanows Nachfolger Waleri Golubjew werden gute Verbindungen zu Wladimir Putin nachgesagt. Wie Putin arbeitete Golubjew für den russischen Geheimdienst KGB.

Moskau - Russlands Gasmonopolist Gazprom Börsen-Chart zeigen hat am Mittwoch seinen Vizechef Alexander Rjasanow überraschend entlassen. Der ehemalige Geheimdienstoffizier Waleri Golubjew werde den Posten übernehmen, teilte der staatlich kontrollierte Konzern in Moskau mit.

Räumt seinen Posten: Gazprom-Vize Rjasanow
Rjasanow war außerdem für Gazprom Neft, das Ölgeschäft von Gazprom, zuständig. Diesen Posten wird Alexander Djukov, bisher Chef der Gazprom-Tochter Sibur Petrochemical, übernehmen. Gazprom Neft wird gegenwärtig massiv ausbaut.

Bisher hatte es stets geheißen, Rjasanow sei als Vertrauter von Konzernchef Alexej Miller einer der einflussreichsten Männer im Gazprom-Imperium und damit relativ unangreifbar. Das Ölgeschäft, dass Rjasanow bisher geleitet hat, hat sich allerdings bisher nicht so gut entwickelt wie erwartet. Der Fördermenge sank bei gleichzeitig steigenden Förderkosten.

"Rjasanows Demission könnte ernste Konsequenzen für die Börse haben", sagte Dmitri Loukaschow, Öl- und Gasanalyst von Aton Capital. " Rjasanow war einer der Entscheider bei Gazprom." Er sei in der Lage gewesen, die Unternehmensstrategie zu entwickeln und Investoren zu gewinnen.

Profitables Geschäft: Gasförderung in Sibirien
Rjasanow Nachfolger Golubjew ist derzeit Chef von Gazproms Ausrüstungs- und Dienstleistungssparte. Er arbeitete Anfang der 90er Jahre für den Geheimdienst KGB im St. Petersburger Rathaus. Damals begann Russlands Präsident Wladimir Putin - ebenfalls ein ehemaliger KGB-Mitarbeiter - seine Karriere in der Kommunalpolitik. 2002 wurde Golubjew Gazprom zufolge ins russische Parlament gewählt.

Die Gründe des Personalwechsels blieben unklar. Nach Angaben aus konzernnahen Kreisen ist dem Vorstandswechsel ein Streit mit Gazporm-Chef Alexej Miller vorangegangen. "Rjasanow galt als Mann der alten Garde", hieß es. Gazprom, eines der größten Energieunternehmen der Welt, erklärte lediglich, es habe Rjasanow ausgelaufenen Vertrag nicht verlängert.

Die jetzige Ölförderungssparte Gazprom Neft firmierte bis vor kurzem unter dem Namen Sibneft. Der Erdölkonzern Sibneft wurde im vergangenen Jahr von Gazprom übernommen. Die Mehrheit an Sibneft gehörte dem Oligarchen Roman Abramowitsch, der sein Aktienpaket für 13,1 Milliarden Dollar verkaufte.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ap und dpa

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