Mittwoch, 21. November 2018

Infineon-Affäre Geldstrafe oder Gefängnis

Die Münchner Staatsanwaltschaft will das Korruptionsverfahren gegen Ex-Infineon-Vorstand Andreas von Zitzewitz noch in diesem Jahr abschließen. Ob von Zitzewitz ins Gefängnis muss, ist offen.

Frankfurt am Main - Ob am Ende des Verfahrens ein Strafbefehl - und damit keine Hauptverhandlung - oder Anklage in Betracht kämen, sei noch offen, sagte der Münchner Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Samstag. Winkler dementierte damit einen Zeitungsbericht, wonach Zitzewitz in der Korruptionsaffäre bei dem Halbleiterkonzern keine Gefängnisstrafe mehr drohe.

Verurteilung offen: Ex-Infineon-Vorstand von Zitzewitz
Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete ohne nähere Quellenangabe, dass die Staatsanwaltschaft auf eine Anklage wegen Bestechlichkeit verzichte, nachdem Zitzewitz den Empfang von Schmiergeld von Sponsoring-Vermittler Udo Schneider gestanden hatte. Nach Darstellung der Zeitung erhält von Zitzewitz damit maximal eine Bewährungsstrafe sowie eine Geldstrafe. Winkler wird in der Zeitung mit der Aussage zitiert, dass über eine Anklage gegen Ex-Infineon-Chef Ulrich Schumacher, der ebenfalls der Annahme von Schmiergeld verdächtigt wird, erst 2007 entschieden werde.

Schumacher, der jegliches Fehlverhalten vehement bestreitet, war im Prozess gegen Schneider schwer belastet worden. Schneider sagte aus, er habe auch Schumacher hohe Summen gezahlt. Der Vermittler wurde Ende September zu vier Jahren Haft verurteilt. Schneider hatte für Infineon Börsen-Chart zeigen das Motorsport-Sponsoring organisiert und nach eigenen Angaben die Schmiergelder gezahlt, um in Geschäft zu bleiben.

Zitzewitz müsse weiter mit Schadenersatzansprüchen seines ehemaligen Arbeitgebers Infineon rechnen, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" weiter. Der Aufsichtsrat des Konzerns werde darüber in seiner Sitzung im November beraten, sagte ein Infineon-Sprecher dem Blatt.

manager-magazin.de mit Material von dpa/afx und ap

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