Freitag, 16. November 2018

Wrigley Familienfremder wird CEO

Der weltgrößte Kaugummihersteller Wrigley hat den ehemaligen Nike-CEO William Perez zum ersten externen Unternehmenschef in der 114-jährigen Firmengeschichte ernannt. Der 59-Jährige löst Bill Wrigley ab, der dem Unternehmen als Aufsichtsratschef erhalten bleibt.

Chicago - William Perez kann bereits mehrjährige Erfahrung als Vorstandschef vorweisen. Nach achtjähriger Tätigkeit als CEO bei dem Reinigungsmittelhersteller SC Johnson war er von Nike-Gründer Phil Knight als Nachfolger auserkoren worden. Die Zusammenarbeit dauerte allerdings nur 13 Monate. Perez stieg Anfang dieses Jahres nach einem Streit mit Knight bei Nike Börsen-Chart zeigen aus.

Erst Sport, dann Kaugummi:
Perez, bis Anfang dieses Jahres Vorstandschef bei Nike, wird der erste familienfremde CEO bei Wrigley
"In Anbetracht der derzeitigen wirtschaftlichen und politischen Umstände ist dies der richtige Moment, die Führungsverantwortung auf zwei Personen zu verteilen", sagte Wrigley, der das Unternehmen seit dem Tod seines Vaters 1999 geführt hatte.

Morningstar-Analyst Mitchell Corwin nannte den Wechsel an der Spitze von Wrigley Börsen-Chart zeigen einen guten Schritt, der Investoren mehr Zuversicht geben könne. Dies gewinne besonders an Bedeutung, nachdem die Integration der im vergangenen Jahr von Kraft Foods gekauften Bonbonsparte bisher mühsam verläuft.

"Die Schwierigkeiten hinsichtlich der Übernahme und der verstärkte Wettbewerb in der Branche erfordern einen erfahrenen Mann an der Spitze des Unternehmens", sagte der Analyst. "Bill Wrigley hatte meiner Ansicht nach die richtige strategische Vision für das Unternehmen, aber Übernahmen können sich schwierig gestalten." Zudem sei der Wettbewerb intensiver als je zuvor.

Wrigley gab die Nachricht zeitgleich mit der Meldung bekannt, dass der Nettogewinn des Unternehmens im dritten Quartal um 14 Prozent auf 148 Millionen Dollar gestiegen sei. Die Börse traut dem neuen Chef offensichtlich Einiges zu: Die Wrigley-Aktie sprang gestern um mehr als 13 Prozent auf 42,52 Euro.

manager-magazin.de mit Material von ap

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