Montag, 10. Dezember 2018

Muhammad Yunus Friedensnobelpreis für Bankgründer

2. Teil: Das Konzept der Grameen Bank

Das Konzept der Grameen Bank

Die Grameen Bank und ihr Gründer Muhammad Yunus geben Kleinstkredite an die Ärmsten der Armen in Bangladesch.

  • Die Bank vergibt ihre Kredite, ohne von ihren Kreditnehmern Sicherheiten einzufordern. Zahlt der Kreditnehmer die Summe nicht zurück, wird er nicht vor Gericht gestellt.

  • Ein Kreditnehmer muss sich mit vier weiteren Partnern zusammentun. In einem ersten Schritt erhalten zwei der fünf Partner einen Kleinstkredit. Kommen sie pünktlich ihren Verpflichtungen nach, können auch die anderen Geld leihen.

  • Die Verantwortung für die Rückzahlung der Summen liegt beim einzelnen Kreditnehmer. Mit der pünktlichen Rückzahlung der Kleinstsummen erarbeitet er sich das Recht auf weitere Kredite und verschafft den Partnern Zugang zu Darlehen. Entsprechend fördert das System Solidarität und Zusammenarbeit.

  • Das Grameen Projekt wurde 1976 in Jobra bei Chittagong gegründet und 1983 unter einem Sondergesetz in eine Bank verwandelt. Das Institut gehört den Kreditnehmern, einen Anteil von zehn Prozent hält die Regierung.

  • Die Bank hat inzwischen 6,6 Millionen Kreditnehmer. Davon sind 97 Prozent Frauen.

  • Die Rückzahlquote der Bank liegt bei 99 Prozent. Der Gesamtumfang der vergebenen Kredite beträgt rund 4,5 Milliarden Euro.

  • Die erklärten Ziele der Bank sind: die Ausbeutung der Armen durch Kreditgeber zu beenden und ihre Arbeitslosigkeit durch berufliche Selbstständigkeit zu beenden.
    Den Kunden wird dafür ein organisatorischer Rahmen zu geboten, den sie laut Bank verstehen und selbst beherrschen.
    Der Teufelskreis aus geringen Einkommen, geringen Sparvermögen und geringen Investitionen soll durchbrochen werden.

manager-magazin.de mit Material von ap, ddp, dpa und reuters

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