Freitag, 14. Dezember 2018

Alan Mulally Boeing-Sanierer lenkt Ford

Ein Flieger wird zum Auto-Mann: Alan Mulally führt in Zukunft den krisengeschüttelten Ford-Konzern an. Der langjährige Manager von Boeing gilt als Spezialist für Sanierungen. Er strukturierte die Passagiersparte des Flugzeugkonzerns um und strich dabei tausende Stellen. Jetzt soll er den Autobauer Ford wieder in Fahrt bringen.

Hamburg - Sein ganzes Berufsleben seit 1969 hat Alan Mulally beim US-Flugzeug- und Rüstungskonzern Boeing Börsen-Chart zeigen verbracht. Zweimal war der 61-Jährige aus Kansas sogar als neuer Chef des Unternehmens im Gespräch. Beide Male wurden seine Hoffnungen enttäuscht. Als im Juni 2005 bekannt wurde, dass James McNerney, ein Außenstehender, an die Boeing-Spitze wechselt, waren sich Branchenkenner sicher: Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sich Mulally eine neue Aufgabe sucht.

Wechsel: Bill Ford gibt seinen Stuhl an Mulally weiter
Jetzt hat er sie gefunden: Der Flugzeugingenieur mit Pilotenschein wird der neunte Chef des mittlerweile 103 Jahre alten Autoherstellers Ford Börsen-Chart zeigen. Mulally beerbt damit den 49-jährigen Bill Ford, Urenkel des Firmengründers Henry Ford.

Der scheidende Konzernchef hatte schon im Mai gesagt, er habe "zu viele Hüte auf", und in den vergangenen Tagen ließ er anklingen, dass er einen Nachfolger für seinen Posten sucht. Dafür brachte er zunächst die Chefs von Renault-Nissan und DaimlerChrysler Börsen-Chart zeigen ins Gespräch, Carlos Ghosn und Dieter Zetsche.

Fünf Jahre lang hatte Bill Ford versucht, "seinen Laden" (wie er den Konzern gelegentlich nennt) aus der schlimmsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg zu steuern. Unter ihm hat das Unternehmen rund neun Milliarden Dollar Verlust gemacht - allein 1,44 Milliarden im ersten Halbjahr 2006. Der einst größte Autohersteller der Welt ist heute gemessen am Umsatz nur noch die Nummer drei hinter General Motors Börsen-Chart zeigen und Toyota Börsen-Chart zeigen. Tendenz: sinkend.

Zu Jahresbeginn kündigte Ford deshalb ein radikales Umstrukturierungsprogramm an. In den kommenden sechs Jahren sollen allein in den USA 30.000 Arbeitsplätze abgebaut und 14 Werke geschlossen werden. Weltweit beschäftigt Ford derzeit noch rund 330.000 Mitarbeiter in 105 Werken. In einer am Wochenende bekannt gewordenen E-Mail an die Mitarbeiter kündigte Bill Ford weitere Einschnitte an: "Das Geschäftsmodell, das uns jahrzehntelang getragen hat, ist nicht mehr ausreichend, um die Profitabilität zu gewährleisten." Es müsse also ein neues Modell her.

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