Freitag, 14. Dezember 2018

Axel Horstmann Vom Minister zum Manager

Der ehemalige NRW-Energieminister Axel Horstmann (SPD) wird künftig die Interessen des Energiekonzerns EnBW in NRW vertreten. Horstmann wird damit vom ehemaligen Aufseher einer Branche zu ihrem Lobbyisten. Was Kritiker noch erzürnt: Sein Landtagsmandat will der Politiker vorerst behalten.

Düsseldorf - Der Wechsel des ehemaligen nordrhein-westfälischen Energieministers Axel Horstmann zum Energiekonzern EnBW Börsen-Chart zeigen und seine Absicht, vorerst sein Landtagsmandat zu behalten, sind auf scharfe Kritik gestoßen. Grüne und CDU in Nordrhein-Westfalen forderten den SPD-Politiker am Freitag auf, auf seinen Sitz im Landesparlament rasch zu verzichten.

Wird Konzern-Lobbyist: Axel Horstmann, Ex-Energieminister in Nordrhein-Westfalen (NRW), vertritt jetzt die Interessen des Konzerns NRW.
"Eine Vermischung von Interessen als Abgeordneter und als Konzernbevollmächtigter bei EnBW lässt nichts Gutes erwarten", erklärte der energiepolitische Sprecher der Grünen, im Landtag, Reiner Priggen. Der Generalsekretär der Landes-CDU, Hendrik Wüst, forderte ebenfalls einen Mandatsverzicht Horstmanns. Auch die Landes-FDP kritisierte den Wechsel des Ex-Ministers zu dem Stromkonzern: Es sei bemerkenswert, nach kurzer Pause vom Energieminister zum Lobbyisten in der zuvor beaufsichtigten Branche zu werden.

Horstmann war mit dem Regierungswechsel im vergangenen Jahr aus seinem Ministeramt geschieden. Der Parlamentarier und EnBW-Manager selbst betonte, er wolle sein Mandat nur noch für begrenzte Zeit ausüben, um "Verpflichtungen zu erfüllen, die ich im Wahlkreis eingegangen bin". Ein Sprecher der SPD-Landtagsfraktion prognostizierte, Horstmann werde sein Mandat sicherlich nicht über die gesamte Legislaturperiode behalten.

EnBW hatte Horstmann zum Bevollmächtigten für Nordrhein- Westfalen ernannt. Er habe seinen Dienst am heutigen Freitag angetreten, teilte das Unternehmen mit. Ein EnBW-Sprecher sagte, der Konzern verweise ausdrücklich auf die Erklärung des ehemaligen SPD-Ministers, sein Mandat abgeben zu wollen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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