Mittwoch, 19. Dezember 2018

Studenten als Consultants McKinsey im Kleinstformat

Die Idee der studentischen Unternehmensberatungen kommt aus Frankreich. Mittlerweile offerieren auch in Deutschland Hochschüler ihre Beraterdienste. Ihr Vorteil: Sie bieten Qualität zu günstigen Preisen. Bisweilen ist der Job das Sprungbrett, um Karriere in großen Unternehmen zu machen.

"Die Jungs sind einfach gut. Sie liefern hohe Qualität, da ihr Wissen auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand basiert. Sie sind motiviert, engagieren sich über den üblichen Zeitrahmen hinaus und denken nicht in Schubladen." Frank Dederich, geschäftsführender Gesellschafter beim IT-Dienstleister CBK Dederich, hat bislang sehr gute Erfahrungen mit der studentischen Unternehmensberatung Campus Consult aus Paderborn gemacht. "Wäre das nicht der Fall, hätte ich die Zusammenarbeit mit Campus Consult bei der Entwicklung von Webanwendungen im letzten Jahr nicht so intensiviert."

Studentische Unternehmensberater: Kontakte für die Zukunft
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Studentische Unternehmensberater: Kontakte für die Zukunft
Campus Consult wurde 1993 als eingetragener Verein gegründet und 1997 um die Campus Consult Projektmanagement GmbH erweitert, die von zwei fest angestellten Geschäftsführern geleitet wird. Beide Organisationen greifen auf denselben Pool von rund 80 studentischen Mitarbeitern unterschiedlicher Fachrichtungen zu. "Diese Interdisziplinarität ist ein großer Vorteil, da sie zu verschiedenen Sichtweisen und damit zur ganzheitlichen Betrachtung eines Projekts führt", betont Sebastian Lübbers, einer der Geschäftsführer der GmbH.

Neben Schulungen und Managementberatung ist IT-Beratung der Hauptschwerpunkt von Campus Consult. So sind die Paderborner Premium Business Partner von IBM Börsen-Chart zeigen und Certified Partner von Microsoft Börsen-Chart zeigen. Zu den Kunden gehören Mittelständler wie CBK Dederich oder auch Großunternehmen wie die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen oder DaimlerChrysler Börsen-Chart zeigen. "Häufig gleichen wir mit unseren Studenten in Hochphasen eines Projektes Kapazitätsengpässe aus und erhöhen so die Flexibilität unserer Kunden", erzählt Lübbers.

Idee aus Frankreich

Die Idee der studentischen Unternehmensberatung kommt aus Frankreich, wo bereits 1967 von der französischen Eliteuniversität Essec die erste derartige Organisation gegründet wurde. Hauptziel war und ist es, dass Studenten schon während des Studiums ihr erworbenes Wissen in die Praxis umsetzen. In Deutschland wurde die erste Initiative 1988 in Darmstadt gegründet. Mittlerweile gibt es hierzulande rund 80 studentische Unternehmensberatungen, die an den jeweiligen Universitäten oder Fachhochschulen meist in Form eines eingetragenen Vereins organisiert sind.

Davon haben sich 26 Mitgliedsvereine mit rund 2000 Studenten im 1992 gegründeten Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen (BDSU) zusammengeschlossen. Der BDSU sitzt seit 1. Januar 2005 in Bonn im gleichen Haus wie die Geschäftsstelle des BDU, des Bundesverbandes der Deutschen Unternehmensberatungen.

"Wir stehen in einem intensiven Austausch mit dem BDU", erklärt Verena Graf, Vorstand Marketing des BDSU. "Unsere Mitglieder können beispielsweise Praktika bei den etablierten Unternehmensberatungen ableisten oder sogar bei bestimmten Projekten mit den erfahrenen Beratern zusammenarbeiten. Sie profitieren auch durch Schulungen oder Workshops vom Know-how der hauptberuflichen Consultants."

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