Sonntag, 9. Dezember 2018

Merck-Strippenzieher 400 Millionen in zwei Wochen

Ein lukratives Investment: Der Familienkonzern Merck hat auf geschickte Weise die Übernahme von Schering durch den Dax-Rivalen Bayer behindert. Nun gibt Merck auf; die Inhaber streichen 400 Millionen Euro Gewinn ein. manager-magazin.de stellt die einflussreichen Manager des verschwiegenen Pharmaunternehmens vor.

Darmstadt - Die ureigene Gepflogenheit amerikanischer Konzerne, Rivalen notfalls auch feindlich zu übernehmen, war dem deutschen Pharma- und Chemieunternehmen Merck KGaA Börsen-Chart zeigen eigentlich fremd.

Übernahme gescheitert: Merck kommt bei Schering - endgültig - nicht zum Zug

Doch nun schien es zunächst so, als sei im 327 Jahre alten Unternehmen ein Kulturwandel abrupt eingetreten, schließlich hatte der Familienkonzern versucht, dem Dax-Unternehmen Bayer Börsen-Chart zeigen den Konkurrenten Schering Börsen-Chart zeigen noch wegzuschnappen, oder ihm zumindest einen höheren Preis abzuverlangen.

Letzteres ist nun eingetreten. Für das zeitweilige Blockieren - in den vergangenen zwei Wochen hatte Merck den Anteil an Schering auf 21,8 Prozent erhöht - streichen die Merck-Inhaber jetzt hübsche 400 Millionen Euro ein. Treibende Kräfte des Spektakels waren nach Ansicht von Beobachtern vor allem drei Personen der 130 Mitglieder zählenden Sippe sowie ein Familienfremder.

Zum einen Merck-Altmeister Hans Joachim Langmann. Mittlerweile 81 Jahre, hatte der Kernphysiker Mitte der 60er Jahre in die Merck-Familie eingeheiratet. Seitdem beherrscht der bisweilen blasiert wirkende Mann den im MDax Börsen-Chart zeigen notierten Darmstädter Konzern.

Merck-Legende: Hans Joachim Langmann ist die graue Eminenz bei Merck - und seit den 60er Jahren stieg sein Einfluss stetig. Zig Jahre Investmentbanker bei verschiedenen Geldhäusern: Seine Finanzerfahrung dürfte Frank Stangenberg-Haverkamp von großem Vorteil gewesen sein Lange Jahre als Kinderpsychologe tätig: Jon Baumhauer mischt kräftig bei Merck mit. Er ist einflussreiches Mitglied im Familienrat. Intimer Kenner der Deutschland AG: Karl-Ludwig Kley, ehemals Finanzchef der Lufthansa, ist designierter CEO von Merck KGaA. Seit zwei Jahren ist er zudem schon Mitglied des Merck-Gesellschafterrats.

Merck: Die Strippenzieher
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Dem Vernehmen nach wird Langmanns Einfluss bei Merck mit dem von Berthold Beitz bei ThyssenKrupp Börsen-Chart zeigen verglichen. Zwar ist Langmann seit 2000 offiziell nur noch Berater und Ehrenmitglied im neunköpfigen Familienrat, dem wichtigsten Gremium des Unternehmens. Doch Insidern zufolge hatte die graue Eminenz das geplante Zusammengehen - manager magazin berichtete exklusiv - mit dem Berliner Konkurrenten Schering schon seit langem ausgeheckt.

Enorme Macht kommt auch zwei weiteren Mitgliedern des Familienrats zu. Ihre Namen: Frank Stangenberg-Haverkamp und Jon Baumhauer. Beide sind ebenfalls Mitglieder im neunköpfigen Gesellschafterrat der Merck OHG, in der die Familie ihren 71-Prozent-Anteil gebündelt hat. Personelle Kontinuität wird bei Merck groß geschrieben: Familienrepräsentant Stangenberg-Haverkamp (57) trat 1984 in das Gremium ein, Baumhauer (62) sogar fünf Jahre früher.

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