Dienstag, 28. April 2015

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Talanx/Gerling Out of Köln

Wenn zwei Unternehmen fusionieren, bleiben Mitarbeiter auf der Strecke. In der Causa Talanx/Gerling hüllen sich die neuen Regenten zwar noch bezüglich der Stammbelegschaft in Schweigen. In der Vorstandsetage von Gerling werden aber ganz offenbar schon Fakten geschaffen.  

Köln – Die Übernahme des Gerling-Konzerns durch den Konkurrenten Talanx führt zu zwei Abgängen renommierter Versicherungsexperten. Norbert Heinen, derzeit Vorstand bei Gerling für das Lebensversicherungsgeschäft, und sein Kollege Thomas Schulz, gehen nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD, Donnerstagsausgabe). Ein Sprecher von Gerling wollte den Bericht gegenüber manager-magazin.de nicht kommentieren.

Mitarbeiter von Gerling: Talanx gibt den Ton an
Wie es in dem Artikel weiter heißt, konnte sich Heinen nicht mit Talanx-Chef Wolf-Dieter Baumgartl auf seine künftige Rolle einigen. Vorgesehen für den Posten des Lebensversicherung-Vorstands ist demnach Hans Löffler, bisher Talanx-Vorstand und Baumgartl-Intimus.

Bisher haben sich nur zwei hochrangige Manager des Gerlings-Konzerns einen Platz im Talanx-Machtgremium gesichert. Ex-Finanzchef Immo Querner sitzt seit einiger Zeit im Talanx-Vorstand, Wolfgang Breuer, Regent im Gerling-Konzern Allgemeine, ist einfaches Vorstandsmitglied und ist designierter Vormann der noch neu zu bildenden HDI Gerling Firmen- und Privat-Versicherung.

Wie stark Talanx das übernommene Unternehmen dominiert, zeigte sich schon bei den Integrationsverhandlungen. Um zu zeigen wer Herr im Hause ist, berief Talanx-Vorsteher Baumgartl ein sechsköpfiges Integration Committee, an dem von Seiten Gerlings nur dessen Finanzvorstand Immo Querner teilnehmen durfte.

Talanx will indes bei Gerling die Kosten drücken. Wie Talanx mitteilte, ergab ein Vergleich der HDI mit dem Pendant bei Gerling: Bei HDI erreichen die Verwaltungskosten 14 Prozent der Prämien, bei Gerling dagegen mehr als das Doppelte. Wie es in mehreren Presseberichten indes heißt, droht bei Gerling ein größerer Stellenabbau. Bis zu 2000 Stellen seien bedroht, hieß es.

manager-magazin.de

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