Mittwoch, 14. November 2018

Frauen und Aufstieg Kopfstoßen an "gläserner Decke"

Eine groß angelegte, internationale Studie zeigt, dass Frauen in Deutschland schlechtere Karrierechancen haben als in anderen Ländern. Die Befragten haben dabei auch einen Schuldigen parat.

Kronberg - Beim beruflichen Aufstieg haben Frauen - auch in Deutschland - noch immer deutlich schlechtere Karten als Männer. Das geht aus einer Studie hervor, die die Unternehmensberatung Accenture veröffentlichte.

In der Ecke: Frauen haben es beim beruflichen Aufstieg immer noch schwerer als Männer
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In der Ecke: Frauen haben es beim beruflichen Aufstieg immer noch schwerer als Männer
Der internationalen Erhebung zufolge sind etwa zwei Drittel aller Chefs überzeugt, dass eine Art "gläserne Decke" existiert, die weiblichen Führungskräften in der Karriere eine unsichtbare Grenze setzt. Dass Frauen und Männer die gleichen Chancen haben, glaubt nur knapp ein Drittel der befragten Frauen und rund 43 Prozent ihrer männlichen Kollegen.

Hauptgründe dafür sind nach Überzeugung der Frauen weniger individuelle Karriereplanung oder mangelnde berufliche Kompetenz, sondern noch immer gesellschaftliche Aspekte und mangelnde Unterstützung von Seiten des Staates (Betreuungsangebote für Kinder, Teilzeitmodelle etc.). Im Vergleich von sechs Ländern landete Deutschland hier in der Bewertung vor Großbritannien auf dem vorletzten Platz - hinter den Philippinen, Australien, Österreich und der Schweiz.

Die Hilfe, die sie von den Unternehmen bekommen, schätzen viele weibliche Manager dabei wesentlich höher als die des Staates ein. Davon, dass der überwiegende Teil der in den Unternehmen zu treffenden Entscheidungen in der Hand ihrer männlichen Kollegen liegt, sind 70 Prozent der deutschen Managerinnen überzeugt. Anders als ihre männlichen Kollegen schätzen sie den Prozess beruflicher Beförderungen als weniger transparent ein.

Diejenigen Frauen, die es geschafft haben, über die die "gläserne Decke" hinauszukommen, sind hinsichtlich ihrer beruflichen Position und Chancen jedoch ziemlich zufrieden: So gaben bei der Befragung beispielsweise ebenso viele Frauen wie Männer - nämlich rund 68 Prozent - an, dass sie sich für ihre Arbeit fair entlohnt fühlen.

Auch bei dem Gefühl der Sicherheit im Job gab es zwischen weiblichen und männlichen Topmanagern mit 66 Prozent beziehungsweise 70 Prozent kaum einen Unterschied. Für die Erhebung anlässlich des Weltfrauentages hatten Mitarbeiter der Unternehmensberatung zwischen Januar und Februar 1200 Manager mittlerer bis großer Unternehmen in acht Ländern befragt. Davon waren etwa die Hälfte Frauen.

manager-magazin.de mit Material von ap

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