Dienstag, 22. Januar 2019

Eddie Jordan Hedgefonds statt Highspeed

In 14 Jahren holte sein Rennstall in der Formel 1 vier Grand-Prix-Siege. Doch Eddie Jordans Abschied aus der Rennklasse geriet nicht ganz freiwillig. Jetzt wechselt der mehrfache Millionär die Spur - und wird Hedgefondsmanager.

London - Eddie Jordan, der ehemalige Eigentümer des gleichnamigen Formel-1-Rennstalls, wird Hedgefondsmanager. Jordan, der seine berufliche Karriere als Investmentbanker startete, steigt als Direktor und Teilhaber in die Londoner Gesellschaft Clareville Capital ein.

Formel-1-Legende: Eine der schillerndsten Figuren des Motorsports, Ex-Rennstallbesitzer Eddie Jordan, wird Hedgefondsmanager
Clareville Capital wurde 1996 von David Yarrow gegründet. Yarrow hält heute über 50 Prozent der Anteile. Die Gesellschaft verfügt über derzeit drei Fonds, den Aktienfonds Pegasus, Pegasus Leverage sowie den auf Aktien von Schwellenländern spezialisierten Temple-Fonds. Insgesamt verwaltet das Unternehmen 664 Millionen Euro.

Neben Jordan wurden weitere recht prominente Geschäftsleute kürzlich verpflichtet. Dazu zählen zum Beispiel Jonathan Marland, der im Hauptberuf Schatzmeister der Konservativen Partei ist, außerdem Charles Dunstone, Gründer von Carphone Warehouse, dem zurzeit größten Anbieter von Mobilfunkverträgen in Europa und David Ross, einem weiteren Manager der Telekommunikationsbranche.

Jordan, Jahrgang 1948, hatte Ende vergangenen Jahres seine Anteile am Formel-1-Team für angeblich 50 Millionen Dollar an die Midland Group des russischen Geschäftsmannes Alex Shnaider verkauft. Nach 14 Jahren und vier Grand-Prix-Siegen in der wichtigsten Rennklasse ging damit eine Ära zu Ende, die der Zwangsaussteiger als "eine Erlösung" bezeichnete.

In den 70er Jahren hatte der gebürtige Ire mit wenig Erfolg als Kart- und Formel-3-Fahrer auf der britischen Insel mitgemischt. Auch in der anschließenden Formel-2-Karriere reüssierte er nicht. 1980 schließlich gründete Jordan seinen eigenen Rennstall, 1991 stieg er in die Formel 1 ein. Erfolgreich geriet dabei die Saison 1999, als er einen dritten Platz in der Fahrer- und Konstrukteurswertung errang. Zeitweise fuhr auch Michael Schumacher für Jordan.

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