Samstag, 23. Februar 2019

Medienzar Happy Birthday, Rupert Murdoch

Wohl kaum ein Medienmogul polarisiert so stark wie Rupert Murdoch. Der australische Selfmademan ist ebenso verehrt wie verhasst. Am Samstag wird er 75 Jahre alt - ein Rückblick auf seine Karriere.

Washington - Knallhart, erfolgreich und oft gehasst - das ist ein Spannungsfeld so ganz nach dem Geschmack von Rupert Murdoch. Der bekannteste Medienmogul der Welt hat kein Problem mit seinem Image als skrupelloser Machtmensch: "Man kann nicht Außenseiter und über 30 Jahre erfolgreich sein, ohne dabei in seinem Umfeld ein gewisses Maß an Narben zu hinterlassen", sagte er dem "Time-Magazine" unverblümt.

Größerer Altersunterschied: Rupert Murdoch (74, bald 75) und seine Frau Wendi Deng (37)
Nach dem Motto agiert der Gründer der News Corp, einem der größten Medienkonzerne der Welt, seit über 50 Jahren im Mediengeschäft. Auch zum 75. Geburtstag am kommenden Sonnabend lässt sein Geschäftseifer nicht nach.

Murdoch wittert das goldene Zeitalter im Internet, wie er der BBC sagte, und geht gewohnt aggressiv und mit Milliardeninvestitionen daran, sich einen Anteil an dem Kuchen zu sichern. Der gebürtige Australier jonglierte nicht von Anfang mit solchen Summen. Mit 22 Jahren übernahm er nach dem Tod seines Vaters dessen Provinzblatt in Adelaide.

Daraus schuf er eine Firma, die heute rund um den Globus Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehsender, Filmstudios, Verlage, Satelliten- und Internetaktivitäten kontrolliert. Dabei hat Murdoch immer mit harten Bandagen gekämpft. In Großbritannien blies er in den 80er Jahren zum Generalangriff gegen die mächtigen Gewerkschaften.

Zum Entsetzen des Fleet Street-Medienestablishments feuerte Murdoch die Streiker und machte sein Verlagshaus ein paar Kilometer weiter an der Themse auf. Das Massenblatt "Sun" peppte er unter einem Aufschrei der Entrüstung mit nackten Girls auf Seite Drei auf, der behäbigen "Times" verordnete er mehr Boulevard- und Skandalthemen. Für schamlose Kampagnen und provozierte Kontroversen sind Murdochs Blätter immer gut. Kritik, er ziehe das Niveau nach unten, prallen an ihm ab. Keiner könne sich anmaßen, Lesern den Geschmack zu diktieren.

Erfolg hat er mit seinen Produkten zur Genüge, wie mit dem rechtslastigen US-Kabelsender FoxNews, der Branchenprimus CNN auf die Pelle rückte. Um in den USA expandieren zu können, nahm Murdoch 1985 die US-Staatsbürgerschaft an. Auch die News Corp ist seit 2004 eine US-Firma und wie ihr Gründer in New York ansässig.

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