Freitag, 16. November 2018

Gehälter Wettstreit um die besten Talente

Die Lohn- und Produktionskosten in Indien steigen - wenngleich von einem geringen Niveau aus. Die Steigerungsraten wurmen dennoch einige internationale Technologiekonzerne. Dabei sind sie es, die durch das Werben um qualifizierte Kräfte die Gehälter nach oben treiben.

Hamburg - IBM Börsen-Chart zeigen kündigt an, sein Engagement in Indien zu verstärken, Microsoft Börsen-Chart zeigen will dort 1,7 Milliarden Dollar investieren und 3000 Leute einstellen, AMD Börsen-Chart zeigen, Cisco Börsen-Chart zeigen, Intel Börsen-Chart zeigen - alle Schwergewichte aus der Computer- und IT-Welt vergrößern ihre Standorte auf dem Subkontinent mit Milliardenaufwand oder eröffnen neue. "Indien ist auf dem Weg zu einem Fertigungsstandort von globaler Bedeutung", sagt der Landeschef von Siemens Börsen-Chart zeigen, Jürgen Schubert.

Indische Computer-Fachleute bei IBM-Präsentation: Bildungshungrig und Bill-Gates-orientiert
Die Welt will teilhaben am indischen Erfolg, wo doch die Lohn- und Produktionskosten so niedrig sind. Der indische Branchenverband Nasscom meldet für das laufende Jahr ein Wachstum von rund 30 Prozent im IT-Bereich. In Deutschland wächst der IT-Sektor nur noch um knapp drei Prozent, wenn auch auf höherem Niveau. Analysten sprechen von einem unglaublichen Innovationspotential und unschlagbaren Kostenvorteilen in Indien.

Das mit den Kostenvorteilen sieht SAP Börsen-Chart zeigen inzwischen differenzierter. "Wir stellen gerade in Zentren wie Bangalore einen verstärkten Wettbewerb um geeignete Kräfte fest", sagt SAP-Sprecher Michael Rust zu SPIEGEL Online. Dadurch würde das Lohnniveau stark zunehmen. "Als internationaler Konzern suchen wir deshalb nach alternativen Standorten." Es gehe aber nicht darum, sich aus Indien zurückzuziehen. Das Land habe weiterhin "nicht nur als Entwicklungszentrum, sondern auch als Markt enormes Potential", erläutert Rust frühere Äußerungen von Konzernchef Henning Kagermann.

Der hatte der allgemeinen Indien-Euphorie Ende Januar einen Dämpfer verpasst: SAP wolle verstärkt in China und Osteuropa investieren und sein Engagement auf dem Subkontinent dafür bremsen. Mit seiner Aussage "Indien wird langsam zu teuer" hatte Kagermann am Rande des Weltwirtschaftsgipfels im schweizerischen Davos für Verwunderung gesorgt. Man habe sich vorgenommen, erklärte Kagermann, "dort nur noch eine bestimmte Zahl" an Mitarbeitern einzustellen und sich dann "nach anderen" Standorten umzuschauen.

200 Euro im Monat Anfangsgehalt

Indien - zu teuer? "Das kann man so nicht sagen", schränkt Johannes Wamser ein, Gründer der Unternehmensberatung India Consult. Die Löhne dort schwankten wie überall von Branche zu Branche und von Region zu Region. Ein Industriearbeiter verdiene zum Beispiel weniger als vier Euro pro Tag; in Bangalore seien die Löhne im IT-Bereich dagegen relativ hoch. "Aber Sie bekommen dort einen hoch qualifizierten Top-Mann - ich rede von der Geschäftsführerebene eines mittelständischen Unternehmens - für 600 bis 1000 Euro pro Monat", weiß Wamser.

Ein Berufsanfänger mit Studienabschluss koste sogar nur 200 bis 300 Euro. Ein deutscher Ingenieur bekommt unmittelbar nach Uni-Abschluss etwa 3200 Euro monatlich. "So viel verdient in Indien nicht mal einer mit 20, 25 Jahren Berufserfahrung", so Wamser: "Der bekommt nämlich höchstens 2000 Euro."

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