Montag, 17. Dezember 2018

Ferdinand Piëch Umstrittene Krawatten und unbekannte Kinder

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hat in einem kuriosen Rechtsstreit einen Etappensieg errungen. Das Düsseldorfer Landgericht gestand dem 68-Jährigen zu, sich der Anzahl seiner Kinder bewusst zu sein und Kriegs- statt Jagdmotive auf seinen Krawatten zu tragen. Die verklagte „Wirtschaftswoche“ will Berufung einlegen.

Düsseldorf - Das zuständige Landgericht verpflichtete die im Handelsblatt-Verlag erscheinende "Wirtschaftswoche" am Mittwoch zum Abdruck einer elfteiligen Gegendarstellung. Trotz des Urteils bleibt das Blatt jedoch bei seiner Auffassung. "Wir werden Berufung einlegen und vor das Oberlandesgericht ziehen", sagte ein Verlagssprecher.

Im Gegendarstellungsbegehren bestreitet Piëch unter anderem, "grelle Krawatten mit Jagdmotiven" zu tragen und die Zahl seiner Kinder nicht zu kennen. Der Verlag hatte daraufhin ein Foto des 68-Jährigen mit einer Krawatte präsentiert, auf der ein Mann mit Gewehr und ein Elefant zu sehen sind.

 Einhörner oder Pferde? Tiermotive scheinen Piëch zu gefallen.  Zu grell? Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters Er kann auch anders: Dezentes Rot zum grauen Anzug mit elegantem Muster

Stein des Anstoßes: Die Krawatten des Ferdinand P.
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Piëchs Anwalt Matthias Prinz hatte behauptet, dass es sich eher um ein Kriegsmotiv handele. Das Gericht führte an, dass auf dem Elefanten ein Tragegestell zu sehen ist. "Transportelefanten werden in der Regel nicht bejagt", sagte ein Gerichtssprecher.

Zur Zahl seiner Kinder hatte Piëch in einem Interview gesagt: "Etwa ein Dutzend. So genau weiß man das nicht." Die Zivilkammer folgte der Auffassung von Piëchs Anwalt, es habe sich dabei um einen Scherz des Managers gehandelt. "Das Gericht geht davon aus, dass Herr Piëch weiß, wie viele Kinder er hat." Der Aufsichtsratschef hatte später eidesstattlich versichert, zwölf Kinder zu haben.

dpa

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