Mittwoch, 19. Dezember 2018

Ursula Oetker Konfitüren-Königin ist tot

Die Unternehmerin Ursula Oetker ist tot. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dietrich Austermann würdigte die langjährige Eigentümerin der Schwartauer Werke als "eine der letzten großen Unternehmerinnen-Persönlichkeiten der Nachkriegszeit".

Lübeck - Die Unternehmerin Ursula Oetker ist tot. Wie am Mittwoch bekannt wurde, starb die langjährige Eigentümerin und Gesellschafterin des Konfitürenherstellers Schwartauer Werke bereits am 23. Dezember im Kreise ihrer Familie. Sie wurde 90 Jahre alt und wurde von den Schwartauer Werken in einer Traueranzeige als "menschliches Vorbild" bezeichnet. Sie habe ihrer Firma "auch in schwierigen Zeiten uneingeschränkt zur Seite" gestanden. Die Beisetzung ist an diesem Donnerstag in Detmold (Nordrhein-Westfalen) geplant.

Ursula Oetker war die Enkelin des Backpulver-Pioniers August Oetker und die Schwester des ehemaligen Oetker-Konzernchefs Rudolf August Oetker. Ihr Sohn und Nachfolger bei Schwartau, Arend Oetker, ist der Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie.

Ursula Oetker war durch Erbschaften Mitte der 60er Jahre Alleingesellschafterin der Schwartauer Werke geworden. "Das war ein Sanierungsfall", sagte Arend Oetker den "Lübecker Nachrichten". Er hatte 1968 die Geschäftsführung übernommen: "Verdient wurde nichts." Mutter und Sohn verzichteten auf Gewinnausschüttung und leiteten eine Sanierung ein. Arend Oetker machte die Firma schließlich profitabel.

Die Schwartauer Werke sind heute Marktführer bei Konfitüre in Deutschland. Ursula Oetker blieb weiterhin Mitglied des Aufsichtsrates und in der Firma präsent: "Sie war auch bei jedem Betriebsfest und beim Rentnerkaffee dabei", erinnerte ihr Sohn.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) würdigte Ursula Oetker als großartige Unternehmerin, die sich schon in frühen Jahren für den Wirtschaftsstandort Lübeck engagiert habe. Austermann sagte: "Sie ist eine der letzten großen Unternehmerinnen-Persönlichkeiten der Nachkriegszeit. Sie hat durch frühzeitige Weitergabe von Verantwortung und geschicktes Lenken aus dem Hintergrund dazu beigetragen, das ererbte Unternehmen weiterzuentwickeln, zum Wohle vieler Mitarbeiter, des Wirtschaftsraumes Lübeck und des Landes Schleswig-Holstein."

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