Montag, 17. Dezember 2018

Vossloh Schuchmann, bitte aussteigen

Überraschung beim Verkehrstechnik-Unternehmen Vossloh: Vorstandschef Burkhard Schuchmann legt sein Amt zum Jahresende nieder. Offenbar sind Unstimmigkeiten mit dem Aufsichtsrat der Grund für den Rücktritt.

Düsseldorf - Der Vorstandschef des Verkehrstechnik-Unternehmens Vossloh Börsen-Chart zeigen, Burkhard Schuchmann, verlässt überraschend den Konzern zum Jahresende. Nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA seien Unstimmigkeiten mit dem Aufsichtsrat der Grund für Schuchmanns Rücktritt.

Schuchmann: Legt sein Amt als Vorstandschef nieder
Aus Finanzkreisen verlautete zudem, dass die Vossloh-Familie über einen Ausverkauf ihrer rund 30-Prozent-Beteiligung an Finanzinvestoren nachdenke. Hinter solch einer Entwicklung hätte Schuchmann nicht gestanden, hieß es.

Im Sommer hatte Schuchmann noch einen offen ausgetragenen Streit mit dem damaligen Aufsichtsratschef Kajo Neukirchen für sich entschieden. Nachfolger von Neukirchen war der frühere Chef der Mannheimer ABB, Wilfried Kaiser, geworden.

Neukirchen hatte sich mit Schuchmann überworfen und öffentlich einen Machtkampf ausgetragen, den das Kontrollgremium wiederum als Kampagne gegen Neukirchen gewertet hatte. Neukirchen hatte Schuchmann allerdings vorgeworfen, mit einer Umwandlung Vosslohs in eine Europäische Aktiengesellschaft - wie jüngst von der Münchener Allianz als erstem deutschen Unternehmen beschlossen - die Eigentümerfamilie und ihn selbst entmachten zu wollen.

Die neue Rechtsform hätte es Schuchmann ermöglicht, den Vorsitz im Vorstand und Aufsichtsrat in Personalunion zu übernehmen. Eine Umwandlung in eine Europa AG erleichtert Firmen zudem grenzüberschreitende Zukäufe. Das Projekt liegt bei Vossloh allerdings inzwischen auf Eis.

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