Donnerstag, 15. November 2018

Berthold Leibinger Ikone des Mittelstandes

Berthold Leibinger, der Prototyp des schwäbischen Mittelstandes, wird am Samstag 75. Ohne ihn wäre Trumpf wahrscheinlich nie das geworden, was es heute ist - eines der erfolgreichsten inhabergeführten Unternehmen Deutschlands.

Ditzingen - Ursprünglich wollte Berthold Leibinger Schriftsteller werden. Doch dann kam alles anders und eine Erfolgsgeschichte begann, die ihresgleichen sucht. Am Samstag wird der Sohn eines Kunsthändlers für ostasiatische Antiquitäten 75 Jahre alt.

Rückzug aus dem Tagesgeschäft: Leibinger wird 75 Jahre
Leibinger entschied sich, der damaligen Zeit angemessen, für einen bodenständigen Beruf und machte eine Mechanikerlehre bei der kleinen Stuttgarter Maschinenfabrik Trumpf, dessen damalige Inhaber Freunde der Familie waren. Anschließend studierte der gebürtige Stuttgarter Maschinenbau.

Nach einem Intermezzo in den USA bei Cincinnati Milling kehrte er 1961 zu Trumpf zurück und stieg fünf Jahre später zum Geschäftsführer und Gesellschafter der Maschinenfabrik auf. Damals gehörten ihm gerade einmal 2 Prozent der Firma - inzwischen ist sie komplett in den Händen seiner Familie. Der Paradeunternehmer hat Trumpf zum Weltmarktführer in der Lasertechnik gemacht.

Leibinger und die Bundeskanzlerin: Im November 2003 wurde sein Lebenswerk mit dem "Preis Soziale Marktwirtschaft" der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet Neue Chefin: Nicola Leibinger-Kammüller leitet seit letzter Woche das Familienimperium Peter Leibinger: Der Sohn (38) von Berthold Leibinger leitet den Geschäftsbereich Lasertechnik
Trumpf: Das neue Vertriebs- und Servicezentrum im schwäbischen Ditzingen ist architektonisch ansprechend Leibinger: Der Ingenieur mit Ehrenprofessortitel bleibt Gesellschafter des Familienkonzerns Licht, Werkzeug der Zukunft: Laserstanzmaschine von Trumpf

Generationswechsel
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Tüftlergeist, Fleiß und Sparsamkeit stehen für den Erfolg des Familienimperiums mit mehr als 6000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 1,4 Milliarden Euro. Leibinger gilt als Ikone des Mittelstandes und Vorzeigeunternehmer, den seine Mitarbeiter noch nie um 16 Uhr mit Tennis- oder Golfschläger aus dem Betrieb haben gehen sehen.

Neben seinem unternehmerischen Engagement war der politisch einflussreiche Firmeninhaber auch mehreren CDU-Ministerpräsidenten im Schwabenland ein wichtiger Ratgeber. Von 1995 bis 1998 gehörte er dem Rat für Forschung, Technologie und Innovation des damaligen Bundeskanzlers Kohl an.

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