Sonntag, 9. Dezember 2018

HVB/Unicredit Without Schmidt

HVB-Aufsichtsratschef Albrecht Schmidt sieht sein Lebenswerk in Gefahr und kämpfte deshalb vehement gegen die Fusion mit Unicredit. Erfolglos. Nun gibt der Bank-Veteran auf und erklärt seinen Rücktritt.

München - Der Aufsichtsratschef der HypoVereinsbank Börsen-Chart zeigen (HVB), Albrecht Schmidt, hat angesichts der bevorstehenden Übernahme der HVB durch die italienische Unicredit Börsen-Chart zeigen seinen Rücktritt erklärt. Der frühere Vorstandsvorsitzende habe seine Entscheidung auf einer Aufsichtsratssitzung verkündet, bestätigte ein HVB-Sprecher am Mittwochabend einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe).

Albrecht Schmidt: Vergeblich gegen Fusion der HVB mit der Unicredit angekämpft
Eine offizielle Begründung für die Entscheidung Schmidts gab es von Seiten der Bank nicht. Schmidt hatte allerdings bis zuletzt vehement gegen die Übernahme gekämpft. Schmidt hatte auf der entscheidenden Aufsichtsratssitzung gegen die Fusion gestimmt und auch angekündigt, seine eigenen HVB-Aktien nicht in Unicredit-Anteilsscheine tauschen zu wollen. Damit stellte sich Schmidt offen gegen seinen Nachfolger Dieter Rampl, der heute die Bank führt. Dafür wurde Schmidt auch vom Betriebsrat in einem offenen Brief kürzlich scharf kritisiert und indirekt zum Rücktritt aufgefordert.

In den vergangenen Wochen gelang es Unicredit, mehr als 80 Prozent der HVB-Aktien zu übernehmen. Damit ist die bisher größte grenzüberschreitende Bankenfusion in Europa so gut wie perfekt. Ein Ende von Schmidts Amtszeit war damit ohnehin in Sicht.

Es gilt als ausgemacht, dass Unicredit-Chef Alessandro Profumo den Vorsitz im HypoVereinsbank-Aufsichtsrat übernimmt, sobald die Übernahme perfekt ist. Schmidt war ein Posten im Aufsichtsrat der neuen Unicredit angeboten worden. Dies lehnte er aber erwartungsgemäß ab, zumal Rampl den Vorsitz in dem Gremium übernehmen soll.

Schmidt hatte die frühere Bayerische Vereinsbank als Vorstandsvorsitzender in die Fusion mit der Hypo-Bank geführt. In seiner Amtszeit übernahm die neue HypoVereinsbank unter anderem erfolgreich die Bank Austria. Er hinterließ seinem Nachfolger Rampl aber auch Immobilien-Altlasten in Milliardenhöhe.

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