Montag, 21. Januar 2019

Disney Achterbahnfahrt der Gefühle

Zwei Jahre lang polterte Roy Disney gegen die Führungsriege des US-Unterhaltungsriesen Walt Disney und schreckte auch vor einer Klage nicht zurück. Nun haben sich die zankenden Parteien überraschend versöhnt und verteilen einander Gaben.

Burbank - Der US-Medien- und Unterhaltungskonzern Walt Disney Börsen-Chart zeigen hat die zweijährige erbitterte Fehde mit den ehemaligen Verwaltungsratsmitgliedern Roy E. Disney (75) und Stanley P. Gold überraschend beigelegt.

Roy Disney: Disney-Erbe polterte gegen Eisner und Iger
Disney, ein Großaktionär und Neffe des Firmengründers Walt Disney, erhält von Disney den Titel "Direktor Emeritus", sprich im Ruhestand befindliches Verwaltungsratsmitglied. Er wurde auch zu einem Berater des Unternehmens ernannt. Disney war früher bis zu seinen Streitigkeiten über die Führung der Gesellschaft durch den im September ausscheidenden langjährigen Konzernchef Michael D. Eisner stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates gewesen. Das Unternehmen hob das langjährige Engagement Disneys für die Gesellschaft hervor und begrüßte die Wiederaufnahme der Beziehungen zu ihm und seiner Familie.

Roy Disney und Gold waren 2003 aus dem Disney-Aufsichtsgremium ausgeschieden. Sie hatten zwischenzeitlich eine harte Rücktrittsforderungskampagne gegen Eisner eingeleitet. Auf der Disney-Hauptversammlung im vergangenen Jahr verlor Eisner einen erheblichen Teil an Aktionärsstimmen und auch seinen in Personalunion gehaltenen Posten des Verwaltungsratsvorsitzenden. Eisner blieb aber Unternehmenschef. Einige Monate später kündigte Eisner seinen baldigen Rücktritt an. Gegen das Auswahlverfahren bei der Ernennung seines Nachfolgers Robert A. Iger durch den Verwaltungsrat hatten Disney und Gold ebenfalls protestiert.

Als Gegenleistung stellen Disney und Gold nun ihre Gerichtsklagen gegen den Disney-Konzern ein. Sie verzichten auch darauf, eine eigene Mannschaft von Verwaltungsratsmitgliedern vorzuschlagen oder in den kommenden fünf Jahren Aktionärsresolutionen einzubringen. Sie zeigten Vertrauen in die künftige Führung des designierten Firmenchefs Iger, hieß es in der Disney-Erklärung. Sie erkannten außerdem die Beiträge Eisners für das Unternehmen über die Jahre an.

© manager magazin 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung