Freitag, 14. Dezember 2018

Müll-Skandal Trienekens zahlt fünf Millionen Euro

Das zweite Verfahren gegen den früheren Kölner Entsorgungsunternehmer Hellmut Trienekens endet mit der Zahlung einer Geldstrafe. Gegenüber manager-magazin.de kündigte er an, das Geld bis Donnerstagmittag zu überweisen.

Köln - Das zweite Strafverfahren gegen Hellmut Trienekens, der im Zusammenhang mit dem Kölner Müll-Skandal vor Gericht stand, wird aller Wahrscheinlichkeit nach am morgigen Donnerstag eingestellt.

Hellmut Trienekens: "Mit der Einstellung ist kein Schuldeingeständnis verbunden"
Trienekens, der in diesem Verfahren wegen Beihilfe zur Untreue angeklagt war, sagte gegenüber manager-magazin.de: "Nachdem das Einverständnis zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und meiner Verteidigung zu einer endgültigen Verfahrenserledigung geführt hat, werde ich bis Donnerstag zwölf Uhr den Geldbetrag von fünf Millionen Euro, der ausschließlich an anerkannte gemeinnützige Einrichtungen gehen soll, zahlen."Damit erfüllt Trienekens die Voraussetzung zur Einstellung des Verfahrens. Der ehemalige Entsorgungsunternehmer sagte gegenüber manager-magazin.de weiter: "Ich fühle mich betreffend dieser Vorwürfe in diesem Verfahren nicht schuldig." Mit der Zahlung sei keinerlei persönliches Schuldeingeständnis seinerseits verbunden. Trienekens begründet den Schlussstrich unter das Verfahren mit seinem angegriffenen Gesundheitszustand. "Nach jahrzehntelanger tatkräftiger Unterstützung von Organisationen durch mich und meine Familie entspricht die nunmehr vereinbarte Geldzahlung ohnehin meiner Intention." Trienekens war im Herbst wegen Steuerhinterziehung im Müllskandal zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Zahlung von zehn Millionen Euro verurteilt worden. Möglicherweise muss er sich noch einem dritten Verfahren stellen. Eigentlich sollte er sich schon von September dieses Jahres an wegen Bestechung im besonders schwerem Fall im Zusammenhang mit dem Bau der Kölner Müllverbrennungsanlage vor dem Landgericht Bonn verantworten. Nach Gerichtsangaben ergibt sich aus den Akten, dass der Unternehmer beim Bau der Anlage eine Million Euro Schmiergeld erhalten hat.Wahrscheinlich ist aber, dass das Verfahren erst im April nächsten Jahres beginnt. Trienekens Anwalt Norbert Gatzweiler hat vor zehn Wochen einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter gestellt. Ein Sprecher des Landgerichts Bonn sagte auf Nachfrage von manager-magazin.de, dass über den Antrag in spätestens 1-2 Wochen entschieden wird. Solange eine Entscheidung nicht getroffen ist, liegt das Verfahren auf Eis.

Auch der im Text als mögliches drittes Verfahren gegen Hellmut Trienekens erwähnte Prozess beim Landgericht Bonn wegen Bestechung ist gegen eine Geldzahlung in Höhe von insgesamt 500.000 Euro eingestellt worden. Trienekens hat zudem 19 Millionen Euro Schadensersatz geleistet.

© manager magazin 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH