Mittwoch, 19. Dezember 2018

Karl Gerhard Schmidt Anklage gegen Ex-Bankier

Gegen den Ex-Bankier Karl Gerhard Schmidt haben Staatsanwälte Anklage erhoben. Schmidt warf den Ermittlern unterdessen Parteilichkeit vor. Die schwer angeschlagene Bank war Ende 2001 von einer Auffanggesellschaft deutscher Großbanken gerettet worden.

Hof/Saale - Die Staatsanwaltschaft in Hof hat nach rund dreijährigen Ermittlungen Anklage gegen den früheren Bankier Karl Gerhard Schmidt erhoben. Oberstaatsanwalt Eberhard Siller bestätigte entsprechende Medienberichte. Zu den konkreten Vorwürfen wollte er sich nicht äußern. Nach dpa-Informationen ist Schmidt wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs angeklagt.

Wirft Ermittlern Parteilichkeit vor: Karl Gerhard Schmidt
Schmidt warf den Ermittlern Parteilichkeit vor. Die Staatsanwaltschaft sei allen entlastenden Beweisanträgen der Rechtsanwälte nicht nachgegangen. "Ich bin dankbar, wenn endlich ein unabhängiges Gericht die Ereignisse des Herbstes 2001 durchleuchtet und darüber urteilt, unter welchen Umständen die SchmidtBank am 18. November 2001 ihr Ende als privates Bankhaus fand", erklärte der 69-Jährige in einer schriftlichen Stellungnahme. Er habe sich stets an Recht und Gesetz gehalten.

Die schwer angeschlagene Schmidt Bank war Ende 2001 von einer Auffanggesellschaft der deutschen Großbanken gerettet worden. Nach früheren Aussagen der Hofer Staatsanwaltschaft soll die Bank noch wenige Tage vor der Übernahme durch das Konsortium Aktien in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro an Kleinanleger verkauft haben. Spätestens seit Ende September 2001 sei die Schieflage bekannt gewesen sei. Der Verkauf dieser Wertpapiere sei Betrug, da die Aktien wertlos gewesen seien.

Commerzbank übernahm Filialgeschäft der Schmidt Bank

Gegen Karl Gerhard Schmidt wurde außerdem wegen Untreue ermittelt, weil er Ende Oktober 2001 ein Paket mit eigenen Aktien von der Bayerischen Landesanstalt für Aufbaufinanzierung in Höhe von rund 30 Millionen Euro zurück gekauft habe. Die Zahlung wäre aber erst Anfang Januar 2002 fällig gewesen. Schmidts Rechtsanwalt Peter Gauweiler hatte dazu erklärt, der Bankier sei von verschiedenen Seiten dazu gedrängt worden, die Kaufsumme früher zu zahlen.

Wegen der Vergabe von so genannten notleidenden Krediten an Unternehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befanden, wird Schmidt Justizkreisen zufolge nicht angeklagt. Seine Anwälte wollten am Dienstag keine Stellungnahme abgeben. Zunächst müsse die Anklage geprüft werden. Ein Termin für den Beginn des Prozesses gegen Schmidt steht nach Angaben eines Sprechers des Landgerichtes Hof noch nicht fest.

Das Filialgeschäft der SchmidtBank ist mittlerweile von der Commerzbank übernommen worden. Die mit der Bearbeitung der Altlasten befasste Abwicklungsbank wurde im Herbst 2004 mit der Delmora Bank vereinigt. Der verbleibende Teil mit der Zentrale und dem Bereich Beteiligungen und Immobilien firmiert unter dem Resba (Restbank) GmbH mit Sitz in Hof.

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