Montag, 17. Dezember 2018

BFI-Bank Bankgründer muss ins Gefängnis

Wegen Betrugs und Anstiftung zur Untreue hatdas Landgericht Würzburg den Gründer der insolventen BFI-Bank Dresden zu fünf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Karl-Heinz W. Drahtzieher in einem millionenschweren Anlagebetrug gewesen ist.

Würzburg - Der 57-Jährige Karl-Heinz W. soll mit mehreren Geschäftsleuten mehr als 500 Anleger um rund 13 MillionenEuro geprellt haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Vergangenheit: Ehemalige Hauptgeschäftsstelle der BFI-Bank in Dresden
Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und sechs Monate Haftgefordert. Die Verteidigung hatte auf eine Freiheitsstrafe vonviereinhalb Jahren für den aus Würzburg stammenden ehemaligenSteuerberater plädiert. Der Verurteilte war Mehrheitsaktionär undAufsichtsratschef der vor zehn Jahren gegründeten Bank fürImmobilieneigentum (BFI), die im Frühjahr 2003 Pleite ging.Gegen das einst börsennotierte privateKreditinstitut hatte das Amtsgericht Dresden im Juli 2003 das Insolvenzverfahren eröffnet. Die einzige nach dem Zweiten Weltkrieg im Osten gegründete Privatbank war hauptsächlich in der Wohnungsbau- und Immobilienfinanzierung tätig.

Anlegern wurde der Kauf geschlossener Immobilienfondsanteile finanziert. Die im Sommer 1996gegründete BFI Bank beschäftigte in Dresden zuletzt etwa 50Mitarbeiter. Das Geldhaus hat auch Niederlassungen in Würzburg und Luxemburg. Die Bank soll bei einem Vermögen von mehr als 124 Millionen Euro Verbindlichkeiten von rund 223 Millionen Euro angehäuft haben.Nach Auffassung des Gerichts hat W. als treibende Kraftandere in kriminelle Machenschaften verstrickt. Er wurde des Betrugsin fünf Fällen schuldig gesprochen. Der Bankengründer und seineMitarbeiter sollen unter anderem Anleger durch wissentlich zu hochbewertete Immobilien geködert und selbst unrechtmäßig Gewinne aus denFonds entnommen haben. Allerdings habe W. nicht aus Profitgiergehandelt, sondern um sein Firmenimperium zu retten, stellte das Gericht klar W. hatte ein Geständnis abgelegt.

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