Montag, 26. September 2016

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Karriere Sie haben Post - mit Fehlern

Die Zahl der per E-Mail versandten Bewerbungen nimmt stark zu. Doch viele Unternehmen favorisieren weiter die konservative Briefform. Sie beklagen sich laut einer großen Umfrage über die hohe Fehlerrate in Onlinebewerbungen. manager-magazin.de präsentiert exklusiv Details der Studie.

Hamburg - Die Mehrheit deutscher Personalleiter favorisiert schriftliche statt Bewerbungen per E-Mail. Das hat einen einfachen Grund: Laut einer Studie des Klaus Resch Verlags (berufsstart.de) entsprechen 55 Prozent der eingehenden Onlinebewerbungen nach Ansicht der befragten Personalverantwortlichen nicht dem Niveau einer schriftlichen Bewerbung.

  Onlinebewerbung:  Sorgloser Umgang mit dem Internet kritisiert
[M]DDP;mm.de
Onlinebewerbung: Sorgloser Umgang mit dem Internet kritisiert
Die Studie liegt manager-magazin.de exklusiv vor. Angeschrieben wurden 10.000 Bewerber, von denen 1723 den Fragebogen vollständig ausgefüllt haben. 2500 Unternehmen wurden angeschrieben, von denen 352 an der Umfrage teilgenommen haben.

Die meisten Fehler bei Onlinebewerbungen liegen dem fahrlässigen Umgang mit dem Internet zu Grunde. 66 Prozent der unzureichenden Bewerbungen weisen Mängel wie zum Beispiel schlechte Formatierung oder zu hohes Datenvolumen auf. Jede fünfte Bewerbung weist formale oder Rechtschreibfehler auf und jede zweite Bewerbung ist unvollständig. Dieses Phänomen, so die Autoren der Studie, sei zwar zum Teil auch bei schriftlichen Bewerbungen zu beobachten, viele Personalentscheider bemängeln jedoch, dass das Medium Internet zu Massenbewerbungen verleitet.

Die wenigsten Bewerbungen schreiben Ingenieure

Diese Ergebnisse stehen im Widerspruch zu den Aussagen der Bewerber. So stufen 6 Prozent der Kandidaten ihre Onlinebewerbung höher oder wesentlich höher als ihre Printbewerbung ein. Jede zweite Onlinebewerbung ist nach Angaben der Befragten zumindest von gleich hoher Qualität wie die schriftliche Bewerbung. Erschreckende 41 Prozent der Bewerber geben zu, dass sie weniger sorgfältig bei der Bewerbung per Internet sind.

Unterscheidet man nicht nach Fachrichtungen, schreibt ein Bewerber im Durchschnitt derzeit 45 Gesamtbewerbungen, bis er zum Erfolg kommt. In der Blitzumfrage des Klaus Resch Verlags von vor drei Jahren lag dieser Wert bei durchschnittlich zwölf Bewerbungen. Die wenigsten Bewerbungen mit durchschnittlich 37 schreiben heute die Ingenieure, gefolgt von Naturwissenschaftlern mit 40. Über dem Durchschnitt liegen Wirtschaftswissenschaftler und Informatiker.

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