Montag, 17. Dezember 2018

Familie Fuchs Easy Metal

Immer wenn die ersten 911er die Reifen qualmen ließen, brachten sie ihre "Fuchs-Felgen" auf Touren. Der Sporteinsatz machte den Namen der märkischen Metallbau-Dynastie zur populären Marke. Dabei schmieden die Meinerzhagener seit fast 100 Jahren alles, was aus Leichtmetall sein muss.

Meinerzhagen/Märkischer Kreis - Dass der 911er in der Autowelt ein Donnerschlag würde, war seinen Vätern bei Porsche wohl schon vorher klar. Dafür wussten sie nicht so recht, wie sie das Gewicht der Räder möglichst klein halten könnten. Fest stand nur: je kleiner die ungefederten Massen - also Räder und Radaufhängung -, desto agiler und komfortabler die Fahrt.

Legte den Grundstock: Otto Fuchs übernahm eine kleine Gelbgießerei, die er zur vielseitigen Metallfertigung ausbaute
Schließlich wurde man in den Nachbarbüros fündig. Porsche entwickelte zur gleichen Zeit einen Kleinpanzer für die noch junge Bundeswehr. Dessen Ketten wurden auf Rollen aus einer speziellen Aluminiumlegierung geführt.

Die Rollen standen Pate bei der Entwicklung der Alufelge: Als sich auf der IAA 1963 die ersten 911er vor den staunenden Augen des Publikums drehten, standen sie auf Flügelrädern der Dimension 6J x 15 ET 36. Die avancierten bald, wie der neue Porsche selbst, zum Klassiker. Unter dem Spitznamen "Fuchs-Felge" fanden sich Aluräder bald an den modernsten Autos jener Zeit, etwa im NSU Ro 80, VW-Porsche 914 und beim ersten Audi Quattro. Heute beliefert Fuchs alle namhaften europäischen Automobilhersteller.

[M] DDP; DPA; mm.de
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Die Mischung jener Aluminiumlegierungen ist nach wie vor geheim. Sie gilt als das Erfolgsrezept des Zulieferers Otto Fuchs in Meinerzhagen, bis heute einer der weltweit führenden Hersteller von geschmiedeten Leichtmetallrädern. Ebenso geheimnisumwittert ist die Familie des Firmengründers, die ihren Geschäften sehr zurückgezogen, aber offenbar erfolgreich nachgeht. Unumwunden sagt man bei der Otto Fuchs KG: "Wir legen Wert auf Diskretion."

Doch auch ohne große Schlagzeilen hat sich das Familienunternehmen zu einem Konzern mit rund 7200 Mitarbeitern und mit einem Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Euro gemausert. Auch die derzeitige Konjunkturkrise kann den Umsätzen der Meinerzhagener nichts anhaben. In der Hauszeitschrift, die Ende Dezember 2004 erschien, heißt es: "In diesem Jahr weisen die Umsatzprognosen für die Gruppe eine leichte Steigerung aus."

Fuchs produziert dabei nicht nur Alufelgen, sondern auch unterschiedlichste Legierungen für Automobil- und Anlagenbau, für Luft- und Raumfahrt sowie Bauindustrie. Besonders erfolgreich ist auf diesem Markt der Bauindustrie die Bielefelder Tochter Schüco, die sich auf Fenster, Türen, Fassaden und Lichtdächer spezialisiert hat. Sie wurde 1964 von der Otto Fuchs Gruppe übernommen und ist heute dreimal so groß wie das Mutterhaus.

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