Mittwoch, 12. Dezember 2018

Familie Fuchs Easy Metal

2. Teil: Egal wie groß der Streit - alle halten dicht

Egal wie groß der Streit - alle halten dicht

Die Aluminiumfertigung als Schwerpunkt verdankt das Unternehmen Hans Joachim Fuchs. Der übernimmt den Betrieb 1931, als sein Vater Otto stirbt. Er ist gerade mal 28 Jahre alt, und die Firma ächzt unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise.

 Der größte Umsatzträger der Gruppe: Schüco, Spezialist für Fenster, Fassaden und Lichtdächer
Schüco International
Der größte Umsatzträger der Gruppe: Schüco, Spezialist für Fenster, Fassaden und Lichtdächer
Als es nicht mehr viel zu verlieren gibt, entscheidet er sich für Aluminiumverarbeitung. Das leichte Material steht am Anfang seiner industriellen Verarbeitung - ein mutiger Schritt also für ein Unternehmen, das 1910 mit dem Gießen von Messinggewichten für die deutschen Postanstalten begonnen hat.

Die Weichenstellung führt zum Erfolg. Vor allem in der wichtigsten Fortschrittstechnik jener Jahre, dem Flugzeugbau, finden die Produkte der Meinerzhagener reißenden Absatz. Der Zweite Weltkrieg ist gut fürs Geschäft: 1940 wird eine neue Fabrikhalle errichtet, um Großpressteile für Flugzeuge zu liefern. Die Belegschaft wächst von 1000 auf 2000 Mitarbeiter. Dann legen alliierte Bomber alles in Schutt und Asche.

Vom Kleiderbügel zum Raumfahrtzulieferer

Nach Kriegsende werden zunächst kleine Brötchen gebacken; rund 150 Mitarbeiter reparieren Eisenbahnwaggons und fertigen Kochtöpfe, Fleischerhaken und Kleiderbügel. Doch in den wirtschaftswundernden 50ern geht es rasch aufwärts. Hans Joachim Fuchs beschäftigt bald über 3000 Arbeiter und klotzt mit einer der weltweit größten Schmiedepressen mit einer Leistung von 30.000 Tonnen. In Meinerzhagen engagiert er sich unter anderem für sozialen Wohnungsbau und die Errichtung einer Stadthalle.

Alter Porsche 911: Mit Fuchs-Felgen ausgestattet
Wie er, übernimmt auch sein Sohn Otto Rudolph, ein Diplom-Ingenieur, das Unternehmen in schwieriger Zeit: Die 70er Jahre sind von der Ölkrise überschattet. Der Gründerenkel verstärkt den Expansionskurs, kauft 1979 Weber Metals in den USA und errichtet 1997 ein Werk in Ungarn. Der Erfolg gibt ihm Recht. Allein von 1995 bis 2002 wird der Umsatz verdreifacht. Anders als sein Vater zieht er sich aber mehr und mehr vom öffentlichen Leben zurück.

Hinter den Kulissen arbeitet er beharrlich daran, immer mehr Firmenanteile auf seinen Familienstamm zu vereinigen. Dass es dabei mit harten Bandagen zugeht, kann man nur vermuten. Ein Redakteur der örtlichen Lokalpresse erinnert sich an einen Familienstreit in den 90er Jahren: "Es gab endlose Gesellschafterversammlungen bis in den frühen Morgen. Wir versuchten Näheres in Erfahrung zu bringen, aber trotz allem Zoff, den es gegeben haben muss - alle hielten dicht." Man will in Meinerzhagen eben nur mit Produkten von sich reden machen.

Seite 2 von 2

© manager magazin 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH