Freitag, 14. Dezember 2018

Familie Eklöh/Kreke Der Duft des Geldes

Am Anfang war ein Brief an die Kaufhof-Chefetage. Es folgten 24 Supermärkte und ein Süßwarenfilialbetrieb. Mittlerweile heißt der von Herbert Eklöh begründete Konzern Douglas und ist einer der größten Einzelhändler des Landes.

Hagen - Der Vorstand der Kaufhof AG staunte nicht schlecht, als ihn im Jahre 1935 der Brief eines Lebensmittelhändlers aus Gummersbach erreichte. "Zwar bieten Sie in Ihren Warenhäusern Lebensmittel feil", so war darin zu lesen, "aber von dieser Spezialbranche verstehen Sie so gut wie gar nichts." Hochachtungsvoll Herbert Heinrich Eklöh, Gummersbach.

Familienbande: Henning Kreke (r.) folgte als Vorstand seinem Vater Jörn Kreke
Die Warenhausdirektoren ahnten offenbar, dass dieser Herr Eklöh aus dem Bergischen Land vielleicht nicht so falsch lag und schickten ihn vier Wochen lang durch ihre rund 30 Filialen. Herbert Eklöh schrieb und berichtete, meist kritisch, immer engagiert an die Kölner Konzernzentrale. Beeindruckt von seiner Fachkenntnis überließen sie Eklöh die Leitung des Lebensmittelbereichs - drei Jahre später warf er die ersten Gewinne ab.

Weitere 70 Jahre später profitieren die Nachkommen Herbert Eklöhs noch immer von der äußerst pragmatischen Art, die er nicht nur gegenüber den Kaufhof-Direktoren an den Tag gelegt hatte. Heute besteht das Eklöh-Erbe aus einer börsennotierten Einzelhandelskette mit mehr als 1700 Geschäften, knapp 18.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von zuletzt 2,23 Milliarden Euro - der Douglas Holding Börsen-Chart zeigen mit Sitz in Hagen.

Konzept des Edelkrämers

Das Unternehmen selbst nennt sich mittlerweile Lifestyle-Konzern und hat mit seinen Ursprüngen, dem von Eklöh Ende der fünfziger Jahre übernommenen Hussel Süßwarenfilialbetrieb, nicht mehr allzu viel zu tun. Schleckereien verkauft das Unternehmen zwar noch immer, doch macht die Sparte nicht einmal mehr 10 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

[M] DDP; DPA; mm.de
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Stattdessen setzen die Hagener seit einiger Zeit auf das Konzept des Edelkrämers: Drei Kernbereiche sollen mit den "Begehrlichkeiten der Menschen handeln", wie Konzernvorstand Henning Kreke seine Strategie nennt: Douglas, Europas größte Parfümeriekette, locke mit wohligen Düften, die Schmuck- und Uhrenkette Christ mit einem Hauch von Luxus. Nur Thalia, Deutschlands größter Bucheinzelhändler, will nicht so recht in das Konzept vom Lifestyle-Händler passen.

Mittlerweile steht der Enkel des Gründers dem Unternehmen vor: Henning Kreke. Der 39-Jährige ist vor drei Jahren seinem Vater Jörn Kreke auf den Vorstandsposten gefolgt. Der Stiefsohn von Herbert Eklöh hatte 32 Jahre lang die Geschicke des Fachgeschäftekonzerns geleitet. Kreke senior, nach Selbstauskunft kein Freund des Wachstums, sondern der Gewinne, kontrolliert inzwischen als Aufsichtsrat seinen eigenen Sohn.

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