Freitag, 16. November 2018

Familie Eklöh/Kreke Der Duft des Geldes

2. Teil: Mit großem Eifer Kaufen und wieder Verkaufen

Lifestyle-Strategie hin oder her, Henning Kreke setzt die Profit-Tradition fort und schließt auch den Verkauf der unspektakulären Modehäuser Appelrath-Cüpper und Pohland nicht aus - Geschäfte, die eher zum Zeitgeist-Portfolio passen als die Buchkette. Den Profitansprüchen der Familie genügten offenbar auch nicht die 75 Schweizer Christ-Filialen, die vor kurzem an eine private Investorengruppe verkauft wurden.

Europäischer Marktführer: Die Parfümeriekette Douglas
Doch die einzig wahre emotionale Bindung besteht im Hause Douglas zu dem Wort Profit. Zum Unternehmen gehörten auch schon die Drogerien Drospa, die Sportwarenkette Voswinkel und die Confiserien Feller. Aber auch sie wurden abgegeben, entweder aus strategischen Gründen, wie die Drogeriekette, oder weil sie sich nicht mehr lohnten.

Schon Herbert Eklöh hat mit großem Eifer gekauft und auch verkauft, wenn er keine Chance mehr sah, dass die Geschäfte rentabel bleiben könnten. So veräußerte er nach Kriegsende eine zwischenzeitlich aufgebaute Supermarktkette an die vier großen Warenhäuser Horten, Kaufhof, Karstadt und Hertie. Später übernahm er von seinem langjährigen Freund Rudolf Hussel die Hussel Süßwarenfilialenbetriebe, verkaufte nur wenig später jedoch 44 Prozent seiner Anteile an die Pariser Bank Morgan & Cie.

Schnörkellos und sehr direkt

Den munteren Transaktionen steht jedoch ein ehernes Prinzip gegenüber: Konzernlenkung durch Familienmitglieder. Sie sind Keim- und Führungszellen des Unternehmens und halten über das Konsortium Herbert Eklöh 35 Prozent an der Douglas Holding.

So lenkt Henning Kreke nun die Geschicke des Hauses. In vielem ist er seinem Vater ähnlich. So schnörkellos, so direkt, so wenig geneigt, unsicheren Projekten eine zweite oder gar dritte Chance zu geben, gilt er Vielen eher als kleiner Bruder denn als Sohn. Von seinem Vater hatte er einen prosperierenden Konzern übernommen.

Der Slogan "Geiz ist geil" trifft auch Douglas

Der insgesamt rentable Konzern hat in Deutschland allerdings mit der Konsumschwäche und der "Geiz ist geil"-Mentalität zu kämpfen. Die Hagener erwirtschafteten in den ersten neun Monaten des am 1. Oktober 2003 gestarteten Geschäftsjahres zwar ein Umsatzplus von 2,7 Prozent, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg sogar um 9,4 Prozent. Die Umsatzzuwächse wurden allerdings in erster Linie im Ausland generiert.

Entsprechend sieht die Strategie von Kreke junior aus: "Wir wollen nicht nur bei den Parfümerien die Nummer eins in Europa sein, sondern auch im Buchmarkt und im Schmuckgeschäft."

Es ist ein ehrgeiziges Ziel. Erreichen will er es durch das "Management by walking around" - indem er wie sein Vater und Großvater durch jeden einzelnen Laden geht und das Geschäft aus Kundensicht betrachtet. Die bisherige Erfolgsgeschichte seines Hauses zeigt, dass das zuweilen besser funktioniert als hochkomplexe Managementideen.

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