Dienstag, 19. März 2019

Urteil Millionenbetrüger auf Bewährung

2. Teil: Still ruhen die Beteiligungen

Still ruhen die Beteiligungen

Der Maschinenschlosser hatte so genannte stille Beteiligungen verkauft und hohe Zinsgewinne von mehr als zehn Prozent versprochen. Das Geld der Anleger sollte sich mit angeblich lukrativen Leasingverträgen, wie teuren Fahrzeugen, EDV- oder Telekommunikationsanlagen, vermehren.

Doch anstatt Gewinne zu erwirtschaften, hatten die Männer das Geld in die laufenden Betriebskosten und teure Werbeaktionen wie Kreuzfahrten gesteckt. Scließlich bereicherten sie sich selbst, indem sie sich hohe Abfindungen zahlten oder Geldbeträge ins Ausland verschoben.

Buchhaltung und Bilanzen wurden gefälscht. "Das ganze war eine reine Luftnummer", sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Thiele in seinem Plädoyer. Bevor 1998 das millionenfach überschuldete Firmengeflecht zusammenbrach, setzte sich Just in die Dominikanische Republik ab. Nach seiner Flucht über Kanada wurde er schließlich in Brasilien festgenommen. Nach eineinhalbjähriger Auslieferungshaft wurde er schließlich im vergangenen April nach Deutschland überstellt.

Wegen der erschwerten Haftbedingungen in Brasilien rechneten die Richter ihm die dortige Gefängniszeit doppelt an. Zudem stellte die Kammer nicht nur gegen Just einen Großteil der Anklagepunkte im Laufe des Verfahrens wegen Verjährung nach brasilianischem Recht ein. Auch die restlichen Angeklagten wurden am Ende des Prozesses nur noch in wenigen Fällen wegen Betrugs und Untreue verurteilt.

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