Samstag, 17. November 2018

Familie Knauf Die Jäger des weißen Goldes

2. Teil: Streit um Millionen-Bußgeld

Streit um Millionen-Bußgeld

Im Juli dieses Jahres unternahm das Brüderpaar dann allerdings einen überraschenden Schritt. Es berichtete in der Öffentlichkeit durchaus ausführlich über sein Unternehmen. 18.000 Mitarbeiter erwirtschaften an 100 Produktionsstandorten in mehr als 30 Ländern einen Umsatz von drei Milliarden Euro, erfuhr der Interessierte. 80 Prozent des Umsatzes wird im Ausland generiert. Über Gewinne schweigen sich die Knaufs aber weiterhin aus. Immerhin lassen sie wissen, dass sie 400 Millionen Euro in diesem Jahr investieren - aus Eigenmitteln, versteht sich.

Geheimniskrämerei teilweise ad acta gelegt: Nikolaus Knauf
Auffällig: Ihre Geheimniskrämerei geben sie zu einer Zeit auf, in der sie mit der Europäischen Kommission über ein erhebliches Bußgeld streiten. Die EU-Behörde wirft ihnen unerlaubte Preisabsprachen mit europäischen Konkurrenten vor. Knauf soll ein Strafgeld in Höhe von 86 Millionen Euro zahlen. An dem Vorwurf sei nichts dran, gibt sich die Gipsdynastie hart und legte gegen das Bußgeld Beschwerde ein. Das Verfahren wird wohl vor Gericht enden - in einigen Jahren.

Viel erfreulicher für das Unternehmerpaar als die Streitereien mit Behörden sind die Folgen aus der wirtschaftlichen Expansion. So ist für Nikolaus Knauf aus der wirtschaftlichen Verbindung zwischen Unterfranken und Russland, einem seiner begehrten Expansionsziele, mittlerweile eine persönliche geworden. Als Honorarkonsul der Russischen Förderation repräsentiert er die ehemalige Sowjetrepublik in Franken.

Damit scheint der Unternehmenserbe aber noch nicht ausgelastet zu sein. Er setzt sich außerdem wie sein Vetter Baldwin seit Jahren als Kommunalpolitiker für die Belange der CSU ein. Nikolaus Knauf amtiert sogar als Zweiter Bürgermeister einer Iphofen nahen Gemeinde. Für seine unternehmerischen Erfolge hat Nikolaus Knauf hohe Auszeichnungen erhalten. So wurden ihm das Bundesverdienstkreuz und der bayrische Verdienstorden übertragen.

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