Dienstag, 20. November 2018

Giorgio Armani Revolution in Mode

Seit über 30 Jahren ist Giorgio Armani einer der Stars der italienischen Designerszene. Mit der Neuerfindung des Jackets und des kragenlosen Hemdes schockierte er die Modewelt. Heute wird der Couturier, der in einem Atemzug mit Coco Channel, Dior und Yves Saint Laurent genannt wird, 70 Jahre alt.

Rom - "Manchmal bin ich dieses Armani-Stils überdrüssig", sagte Giorgio Armani einmal über sich selbst. "Ich fühle mich gefangen im eigenen Klischee". Das klang wie Resignation, wie die Sehnsucht nach Ausbruch und Neuanfang.

Im Kreise seiner Lieben: Giorgio Armani mit Nichte Roberta (li.) und Freundin Isabelle Harvey-Witt
Seinem Stil wie seinen Geschäften ist er immer treu geblieben, launenhafte Trends und flatterhafte Moden waren ihm immer ein Gräuel. Am heutigen 11. Juli wird Giorgio Armani 70 Jahre alt - auch äußerlich hat er sich kaum verändert. Ein Ende seiner Karriere ist nicht abzusehen - eine neue "Armani-Revolution" ebenso nicht.

Giorgio Armani - das ist der Mann, der das Herrenjackett neu erfand. Das war in den 80er Jahren, und wie die meisten genialen Erfindungen, war sie im Kern ganz simpel: Er nahm den Anzugstoffen ihre Steifheit. Das Ganze wurde weicher, fließender, lässiger. Es darf ruhig mal etwas knittern, hieß die Botschaft. Die Branche sprach etwas aufgeplustert vom "Giacca destrutturata", vom "dekonstruierten Jackett".

Wie das T-Shirt gesellschaftsfähig wurde

Die zweite "Armani-Revolution" war die Sache mit dem T-Shirt. Noch simpler, noch genialer: Das "kragenlose Hemd", wie es die Branche zunächst verschämt nannte, durfte auch zu Anzug und Blazer getragen werden. Möglichst natürlich in dunklen Farben, auf alle Fälle aber von feiner Qualität - und zu gehobenem Preis.

 Klassisch: Eireiher mit leicht wattierten Schultern  Leger: Ganz in weiß, mit einem Einstecktuch  Luftig: Senkrechter Streifen mit diagonalem Abschluss
 Kitschig: Der Traum in rosa ist missglückt  Cool: Jungs mit Jacken  Knorrig: Der doppelreiige Janker tät auch nach Bayern passen

Armani Kreationen
Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild,
um zur Großansicht zu gelangen.


Das Besondere: Der Meister erweist seinen Kreationen auch ganz persönlich die Ehre. Wenn der ganz unitalienische, zurückhaltende bis scheue Armani auftritt, dann meist im nachtblauen T-Shirt, nachtblauen Jackett und nachtblauer Hose. Nur die Augen sind von einem hellen, strahlenden Blau.

Branchenkenner zählen den Norditaliener aus Piacenza zu den ganz großen Designern, und stellen ihn in eine Reihe mit Coco Channel, Dior und Saint Laurent. Dabei wollte er zunächst Arzt werden, doch das Medizinstudium brach er ab. Als Couturier ist Armani übrigens Autodidakt. Die Anfänge waren bescheiden: Erst arbeitet er im Kaufhaus "Rinascente" in Mailand als Einkäufer, später als Designer bei Nino Cerruti.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH