Samstag, 17. November 2018

Gerhard Ackermanns Ölmüller, Medienmann, Multimillionär

Durch den Verkauf seiner Anteile an der Warenhauskette Allkauf wurde der Ölmüller Gerhard Ackermanns reich. Noch reicher machte ihn Leo Kirch. Denn der von Ackermanns gegründete Privatsender Eureka heißt heute ProSieben.

Hamburg - Ob Massa, Globus oder Summa - SB-Discounter mit martialischen Namen erlebten Ende der 60er Jahre einen stürmischen Boom. Auch Allkauf gehörte zu dieser florierenden Gattung. Der 1962 vom Mehlmüller Eugen Viehof und dem Ölmüller Gerhard Ackermanns in Mönchengladbach gegründete Großmarkt Sellgross war die Keimzelle des rheinischen SB-Imperiums.

 Umfirmiert: Allkauf heißt heute Real und gehört zum Metro-Konzern
[M] DPA; mm.de
Umfirmiert: Allkauf heißt heute Real und gehört zum Metro-Konzern
Innerhalb von 25 Jahren mauserte sich Allkauf zu einer der größten Discountketten Deutschlands und erwirtschaftete einen Umsatz von fast 2,2 Milliarden Euro.

Erfolgreich war das Duo Ackermann/Viehof unter anderem wegen seiner ausgeprägten Sparsamkeit. So soll es selbst für höher gestellte Mitarbeiter nur dann eine neue Kugelschreibermine gegeben haben, wenn im Gegenzug als Beweis für die Bedürftigkeit die leere zum Tausch mitgebracht wurde.

Ende der 80er Jahre jedoch knirschte es im bis dato harmonischen Gemeinschaftsunternehmen. Grund dafür waren vor allem Ackermanns Privatinvestments. Als frisch gebackener Medienmann hatte er sich mehrere Radiosender und den Filmrechteverwerter Medimedia GmbH zugelegt. Ackermanns' Plan war es, einen Privatsender zu gründen, der sich ausschließlich über Werbeeinnahmen tragen sollte. So wollte der Medienpionier in Deutschland das Teleshopping einführen.

Pionier des deutschen Kabelfernsehens

Ganz oben auf der Kundenwunschliste von Ackermanns stand sein eigenes Unternehmen, doch die Allkauf-Spitze wollte von seiner Idee nichts wissen. Ackermanns wandte sich frustriert an die Konkurrenz. Der Großversender Quelle sagte schließlich zu.

[M] DDP; DPA; mm.de
Von Siegern und Verlierern

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Unter dem Namen "Eureka TV" vermarktete Ackermanns fortan via Kabel amerikanische Nachrichten und alles, was sich verkaufen ließ. Die Stimmung in der Allkauf-Firmenzentrale an der Reyerhütte in Mönchengladbach sank indes nach der Eureka-Quelle-Kooperation auf den Gefrierpunkt.

Nicht nur die Medienkapriolen Ackermanns' hatten zu den atmosphärischen Störungen geführt. Schwager Eugen war schon vor Jahren aus der Geschäftsführung ausgeschieden, und im Gegensatz zum Viehof-Clan war es Ackermanns nicht gelungen, Mitglieder seiner Familie in der Konzernzentrale unterzubringen. Von den vier Töchtern konnte sich nur eine vorübergehend im Beirat etablieren, die vier Söhne Viehofs hingegen waren alle sicher bei Allkauf untergebracht. Ackermanns hatte also keinen leichten Stand im Leitungsgremium, er war des Verkaufens müde geworden.

Sang- und klanglos aber wollte Ackermanns nicht aus dem eigenen Nest weichen. Die Geschäftsführer Eugen Viehof junior und sein Bruder Michael gingen wohl davon aus, seine Anteile auf Grund des im Gesellschaftervertrag festgeschriebenen Vorkaufsrechts billig zu erwerben. Der gewitzte Geschäftspartner jedoch bot seine Anteile auf dem freien Markt an und trieb so den Preis nach oben. Für geschätzte 300 Millionen Euro wechselte Allkauf schließlich im Ganzen zu den Viehof-Familie. Die veräußerte Allkauf Anfang 1998 für ein Vielfaches an den Metro-Konzern Börsen-Chart zeigen.

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