Mittwoch, 19. Dezember 2018

Thomas Bruch Nicht kaputtzukriegen

Zäh verteidigt Thomas Bruch das familieneigene Einzelhandelsimperium. Die Globus-Gruppe kann es von der Größe her zwar nicht mit Lidl oder Aldi aufnehmen, gilt aber als klein und fein, was von jeher Begehrlichkeiten der Konkurrenz weckt. Nun geht Bruch in die Offensive: Globus soll kapitalmarktfähig werden.

Hamburg - Thomas Bruch ist ein erfolgreicher Unternehmer. Offenbar so erfolgreich, dass eine große Tageszeitung ihn zum Vorbild für alle deutschen Führungskräfte erhob. Thomas Bruch ist auch unauffällig. Offenbar so unauffällig, dass ein Wirtschaftsmagazin schrieb, dass er als Betriebsrat oder Personalreferent durchgehen könne.

Globus-Chef Thomas Bruch: "Für mich ist Geld nicht alles"
Schillernd muss Bruch auch nicht sein. Als geschäftsführender Gesellschafter der Globus-Gruppe ist der 54-Jährige in einer Branche aktiv, deren Größen von jeher Verschwiegenheit pflegen; legendär in dieser Hinsicht etwa die Gebrüder Albrecht (Aldi), Dieter Schwarz (Lidl) oder Drogeriefürst Anton Schlecker.

Mit den großen Geheimniskrämern teilt Bruch nicht nur die Vorliebe fürs Unauffällige, sondern auch den Erfolg - wenn auch im überschaubareren Maße. Im heiß umkämpften Einzelhandel schlägt sich die Globus-Gruppe mit ihren über 90 Standorten und 23.000 Mitarbeitern wacker. Zum Verbund gehören 35 SB-Warenhäuser, 49 Baumärkte, 12 Alpha-Tecc-Elektro-Fachmärkte und 10 SB-Warenhäuser sowie ein Baumarkt in Tschechien.

Keiner macht Kunden glücklicher

Wichtigste Sparte sind die Warenhäuser. Zum Bruttoumsatz der Globus-Gruppe von vier Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr trug der Bereich allein 2,7 Milliarden Euro bei. Die Baumärkte schafften 646 Millionen Euro, die Alpha-Tecc-Häuser kamen auf 161 Millionen Euro. Globus in Tschechien erwirtschaftete 536 Millionen Euro. "An der Umsatzaufteilung zwischen den Vertriebsschienen wird sich auch im Geschäftsjahr 2003/04 nichts ändern", erklärte der Konzern gegenüber manager-magazin.de.

Im Vergleich ist Globus damit ein kleiner Spieler. Nach Umsätzen schaffte es der Bruch'sche Familienkonzern - Vorfahre Franz Bruch gründete das Unternehmen 1828 im saarländischen St. Wendel, wo auch heute noch der Konzernsitz ist - im Jahr 2003 nicht einmal in die Top Ten der deutschen Handelsketten. Globus lag vom Umsatz her auf Rang elf. Die Marktmacht Metro Börsen-Chart zeigen erwirtschaftete fast das Zehnfache.

[M] DDP; DPA; mm.de
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Ganz groß aber sind die grün-orangen Kaufhallen, wenn es darum geht, die Kunden zufrieden zu stellen. Obwohl die Marke in Teilen der Republik gänzlich unbekannt ist, landete Globus 2003 beim jährlichen Branchencheck "Kundenmonitor" zum zehnten Mal in Folge auf Platz eins.

Trotz Konsumflaute sind auch die Zahlen der Saarländer ansprechend. Im laufenden Geschäftsjahr soll das Warenhaussegment den Umsatz um 2 Prozent steigern. Auch das Ergebnis soll über dem Vorjahr liegen.

Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg: Der Konzernlenker leidet nicht unter Kontrollwahn. Bruch ist ein Freund der dezentralen Steuerung. Seine Filialleiter handeln weitgehend autonom und sind selbst für ihren Laden verantwortlich. Loyalität sichert auch das Mitarbeiterbeteiligungsmodell. Von 23.000 Angestellten der Globus-Gruppe nutzen über 10.000 diese Möglichkeit.

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