Freitag, 14. Dezember 2018

Opel Das späte Scheitern der Klaudia Martini

Ihre Karriere war wie aus dem Bilderbuch: Erst Richterin, dann Ministerin, zuletzt Vorstandsmitglied bei Opel. Dort allerdings fand Klaudia Martini nur bedingt Zuspruch. Nun wird Deutschlands einziger weiblicher Vorstand in der Automobilindustrie den Posten räumen.

Rüsselsheim - Kommunikationsvorstand Klaudia Martini wird nach Informationen von manager-magazin.de ihren Posten verlieren und in Bälde das Unternehmen verlassen. Die Personalie soll auf der Sitzung des Aufsichtsrates am kommenden Dienstag in Eisenach entschieden werden.

 Wird den Opel-Vorstand verlassen: Klaudia Martini
Adam Opel AG
Wird den Opel-Vorstand verlassen: Klaudia Martini
Sie sehe den Termin 30. Mai zum Ausscheiden bei der deutschen Tochter von General Motors als passend an, da am 1. Juni Fritz Henderson als neuer Präsident von GM Europe antrete, sagte Martini am Freitag. Sie gehe davon aus, dass der am Dienstag tagende Aufsichtsrat ihrem Vorschlag folgen werde. Offiziell läuft ihr Vertrag als Opel-Vorstand noch bis Ende September.

Für sie sei bereits seit mehr als einem Jahr klar gewesen, das Unternehmen mit Ablauf des Vertrages zu verlassen, sagte die frühere rheinland-pfälzische Umweltministerin, die 2001 zu Opel gekommen war. Dies habe sie dem Aufsichtsratsvorsitzenden schon Ende 2003 mitgeteilt. Zu den Gründen für ihr Ausscheiden wollte sich die 53-jährige Leiterin der Unternehmenskommunikation nicht näher äußern.

"Ganz persönliche, private Gründe"

Medienspekulationen, sie gelte intern als Fehlbesetzung, wies Martini zurück. Der Weggang von Opel habe "ganz persönliche, private Gründe", die mit dem Lebensmittelpunkt ihrer Familie in Bayern zu tun hätten. Ihr künftiges Aufgabenfeld sieht Martini nach eigenen Worten im juristisch-politischen Bereich. Martini bestätigte, dass ihre Position im Opel-Vorstand nicht wieder besetzt werde.

Die GM-Tochter hatte noch gestern auf Anfrage keinen Kommentar abgeben wollen. "Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu Personalspekulationen", sagte ein Unternehmenssprecher. Heute dagegen bestätigte ein Sprecher gegenüber manager-magazin.de die Personalie. "Ja, Frau Martini wird das Haus verlassen".

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