Montag, 17. Dezember 2018

Haribo-Chef Hans Riegel König der Gummibärchen

3. Teil: "Ohne Haribo hat mein Leben keinen Sinn"

"Ohne Haribo hat mein Leben keinen Sinn"

Auch ein Controlling gab es jahrzehntelang nicht; Riegel zog seine Postbesprechungen vor und setzte ansonsten auf Vertrauen und Sympathie.

 Klassiker seit über 80 Jahren: Haribo Goldbären
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So ist erst vor wenigen Jahren aufgeflogen, dass sein damaliger Personalchef, Mitglied im Saunaclub, rund 14 Millionen Mark veruntreut hatte.

"Die Firma ist eben sehr groß geworden", sagt ihr Chef fast bedauernd, weil seine Ideen nicht mehr so schnell umgesetzt werden, seine Spontaneität gebremst wird. Riegel resigniert: "Heute geht das nicht mehr anders."

Externe Manager dürften später einmal, so mutmaßte Riegel noch vor wenigen Jahren, das Kommando übernehmen. Unterdessen nennt er immer häufiger seinen Neffen Hans-Jürgen Riegel als potenziellen Kronprinzen - er ist derjenige der drei Söhne von Paul Riegel, der den strengen Anforderungen des Haribo-Patriarchen genügt. Um den Namen der Firma nicht zu gefährden, taufte Paul alle seine Stammhalter auf den Namen "Hans".

"So lange mich der liebe Gott lässt, mach' ich weiter"

Das letzte Wort in der Unternehmensnachfolge ist jedoch noch nicht gesprochen. Bisher leitet Riegel junior die Werke in Frankreich - erfolgreich, wie ihm sein Onkel bescheinigt. "Ich denke, Hans-Jürgen ist der Einzige, der in der Lage ist, Haribo weiterzuführen", wiegelte Riegel kürzlich in einem Interview ab. Vorläufig aber ist kein Ende der Ära Hans Riegel in Sicht. "So lange mich der liebe Gott lässt, mach' ich weiter. Ich liebe meine Arbeit."

Weil das Unternehmen mich braucht, würde jeder sagen, der nicht loslassen kann. "Weil mein Leben dann keinen Sinn mehr hätte", räumt Riegel ein. "Ohne die Firma", sagt der Patriarch, "würde ich krank."

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