Dienstag, 26. Juli 2016

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Dieter Schwarz Aldis Erzfeind

Es kann nur einen geben, und das ist Aldi. Dieses eherne Gesetz der deutschen Discounter-Landschaft untergräbt Lidl-Gründer Dieter Schwarz langsam, aber beharrlich. Seine Supermarktkette schickt sich an, den Konkurrenten zu schlagen. Der Strippenzieher im Hintergrund jedoch bleibt ein Geheimniskrämer.

Hamburg - Fast alle Deutschen kennen Lidl. Aber wer kennt Dieter Schwarz (63)? Der Herrscher über das Lidl & Schwarz-Imperium beherrscht es perfekt, seine Identität zu verschleiern. Nicht nur in diesem Wesenszug ähnelt er seinen Vorbildern Karl und Theo Albrecht, von denen behauptet wird, sie hielten sich besser versteckt als der Yeti.

Geheimniskrämer: Dieter Schwarz
Wie seine Konkurrenten wünscht auch der Vorsteher der Lidl & Schwarz-Gruppe kein allzu großes Publikum für seine unternehmerischen Aktivitäten: Fotografieren lässt er sich nie, Interviews lehnt er strikt ab, Auskunft zur wirtschaftlichen Lage seines Firmenkonglomerats erteilt er nur Mitstreitern.

Trotz der Gemeinsamkeiten leben Dieter Schwarz und die Herren Albrecht mitnichten in friedlicher Koexistenz. Das Aldi-Prinzip hat Schwarz nahezu perfekt kopiert und sich so im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte vom kleinen Bruder zum Aldi-Erzfeind gemausert. Dem Vernehmen nach ist es das erklärte Ziel von Schwarz, seinen Konkurrenten Deutschlands Discount-Krone zu entreißen.

Hecht im Karpfenteich

Das gelingt dem erklärten Aldi-Jäger den Zahlen zufolge immer besser. So hat Lidl im vergangenen Jahr reiche Beute gemacht: Dem europäischen Branchenzweiten ist es gelungen, dem großen Konkurrenten rund 156 Millionen Umsatz direkt abzuknöpfen. Die Discounter Plus, Penny und Netto verloren zusammen 90 Millionen Euro an Lidl.

Beim Wachstum lagen die Neckarsulmer ebenfalls vorn: so eröffnete Lidl deutlich mehr neue Filialen (422) als Aldi Nord und Süd (290). Bei Markenprodukten kletterte der Lidl-Umsatz um 28 Prozent, bei Handelsmarken um 12 Prozent. Aldi setzt dagegen zu zwei Dritteln auf die eigenen Handelsmarken, die vielfach auch von Markenherstellern produziert werden.

Trotz der wachsenden Popularität dringen nur wenige Lidl-Interna an die Öffentlichkeit, die Erfolgsgeschichte des Dieter Schwarz spielt sich über weite Strecken im Verborgenen ab. Die Zentrale im schwäbischen Neckarsulm sei besser bewacht als Fort Knox, behaupten Insider.

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