Montag, 19. November 2018

Dieter Schwarz Aldis Erzfeind

3. Teil: Ein Tausender für Ludwig

Ein Tausender für Ludwig Lidl

Gleich zu Beginn seiner Karriere beweist der Jungmanager ein gerüttelt Maß Cleverness. Den Namen Lidl, der die väterliche Firma ziert, darf er aus rechtlichen Gründen nicht ohne weiteres übernehmen.

Die Konkurrenz schläft nicht: Aldi-Filiale
Aber mit einem "Schwarz-Markt" sein Glück versuchen? Kurzerhand kauft er einem pensionierten Gewerbeschullehrer namens Ludwig Lidl dessen Namensrechte für 1000 Mark ab und sorgt fortan ganz legal mit seiner Gesellschaft "Lidl & Schwarz" für Furore.

Diese ist vor allem auf zwei Feldern aktiv, dem Discount und den SB-Warenhäusern. Von Süddeutschland aus startet Dieter Schwarz mit seinen Supermärkten. Erfolg ist ihm beschieden, da er vor allem eines ist: billiger als die Konkurrenz.

"Für Lidl spielt es keine Rolle, ob Aldi schon dort ist"

Dieter Schwarz gehe jeden Preis mit, heißt es, was nicht nur den Schwaben gefällt. Weithin unbemerkt arbeitet sich Schwarz bei den Lebensmittelhändlern in Deutschland hinter Metro, Rewe, Edeka und Aldi auf Rang fünf vor.

Das Unternehmen expandiert zunächst in die Region, bald in die ganze Republik und schließlich auch über die Grenzen hinaus in das europäische Ausland. Dort ist Lidl inzwischen breiter aufgestellt als der Hauptkonkurrent Aldi. Ständig sucht Lidl neue Grundstücke zum Kauf oder zur Miete.

Norwegen, Ungarn und Slowenien sollen 2004 in Angriff genommen werden, der Sprung nach Kanada wird vorbereitet. Branchenbeobachter vermuten, dass das Unternehmen bald den amerikanischen Markt ins Auge fassen könnte. "Für Lidl spielt es keine Rolle, ob Aldi schon dort ist", meint Herbert Kuhn von der Unternehmensberatung M+M Eurodata.

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