Dienstag, 20. November 2018

Kurt Ochner Neues Spiel, neues Glück

Er jonglierte mit Milliarden, entschied über Wohl und Wehe ganzer Unternehmen und scheiterte schließlich an ausufernder Selbstüberschätzung: Fondsmanager Kurt Ochner schlich sich nach Platzen der Börsenblase vom Parkett wie ein geprügelter Hund - auf seiner Fährte klagende Kleinanleger. Jetzt will er offenbar wieder mitmischen.

Düsseldorf - Der ehemalige Fondsmanager Kurt Ochner plant nach einem Bericht des "Handelsblatts" seine Rückkehr in die Finanzwelt.

 Kurt Ochner, zufrieden
Kurt Ochner, zufrieden
Wie die Zeitung unter Berufung auf die Einladung zur Hauptversammlung in ihrer Donnerstagausgabe berichtete, solle die in Auflösung befindliche KST Wertpapierhandelsgesellschaft zu einer Beteiligungsgesellschaft umgebaut werden und mit zwei "qualifizierten Wertpapierspezialisten" personell verstärkt werden.

Bei dem Aktionärstreffen werde zugleich über die Neubesetzung des Aufsichtsrats entschieden, berichtete die Zeitung weiter. Vorsitzender soll demnach Stephan Hess werden, der zugleich dem Kontrollgremium der von Ochner geführten privat gehaltenen Starbitrage AG vorsteht. In einem ersten Schritt werde das Kapitalpolster der KST von sieben auf 13 Millionen Euro aufgestockt.

Wie Ochner zum "König der Nebenwerte" aufstieg"

In den goldenen Zeiten der New Economy galt Ochner als einer der mächtigsten Fondsmanager des Landes: Mit umstrittenen Methoden triebt er die Kurse seiner Börsenlieblinge in ungeahnte Höhen. Seine Vorgehensweise war dabei so einfach wie effizient: Ochner kaufte marktenge Werte, trieb die Kurse nach oben und verkaufte mit Gewinn. Das funktionierte, solange der Hype an der Börse anhielt.

Ochner, der auch "Mr. Neuer Markt" oder "König der Nebenwerte" genannt wurde, konnte noch mit anderen Pfunden wuchern: Seine Kontakte konnten verschlossene Türen öffnen, seine Fürsprache Risikokapitalgeber milde stimmen. Wer in seiner Gunst stand, galt als gemachter Mann.

Besonders bekannt wurde Ochner durch einen Investmentfonds, den er für die Schweizer Bank Julius Bär verwaltete. Sein Special German Stock Fund legte von 1996 bis zum Jahr 2000 um mehr als 500 Prozent zu, weil Ochner frühzeitig auf kleine, weitgehend unbekannte Firmen setzte. Dank des Erfolgs von Ochner stieg das von Julius Bär in Deutschland betreute Fondsvolumen von wenigen hundert Millionen Mark auf bis zu zwölf Milliarden Mark.

Lange Zeit funktionierte das System Ochner nahezu perfekt. So avancierte EM.TV Börsen-Chart zeigen mit einer Börsenkapitalisierung von in der Spitze 14 Milliarden Euro zwischenzeitlich zum internationalen Shootingstar.

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