Freitag, 16. November 2018

Kölln Flocken in Familienhand

Seit über 200 Jahren gibt es sie: die Kölln-Flocken. Mit der Proviantierung für Seefahrer fing es an, heute ist der gewalzte Hafer besonders bei Säuglingen und Sportlern beliebt. Damit das auch in Zukunft so bleibt, halten die Nachfahren des Gründers in der sechsten Generation an den ehernen Familienprinzipien fest.

Elmshorn - Alles fing an mit Proviant für Walfänger. Hans Hinrich Kölln erwarb 1795 in Elmshorn eine Mühle. Wenige Jahre später lieferte das Unternehmen Hafergrütze und Schiffszwiebacke für die Fischer. Heute sind die Produkte der Köllnflockenwerke aus dem schleswig-holsteinischen Elmshorn über 65 Prozent der Bevölkerung der Bundesrepublik ein Begriff.

 Klassiker: Kölln Flocken
Peter Kölln KGaA
Klassiker: Kölln Flocken
Mehr als die Hälfte aller deutschen Haushalte kaufen regelmäßig Kölln-Produkte, sagt Firmenchef Hans Heinrich Driftmann. Der Jahresumsatz liegt bei rund 70 Millionen Euro. "Wir verzichten bewusst auf den einen oder anderen Umsatz, weil wir die Marke hochhalten wollen" erläutert der geschäftsführende Gesellschafter die Unternehmensphilosophie. "Wir akzeptieren keine Konditionen des Handels, die zu Lasten der Qualität gehen."

Es gibt kaum einen Prominenten, der Driftmann im Gespräch nicht darauf hinweist, dass er mit Köllnflocken groß geworden ist. "Das geht von Bundeskanzlern über Künstler bis hin zu prominenten Sportlern", sagt der 55-Jährige.

Monopol mit Haferflocken

Driftmann trat 1987 in die Köllnflockenwerke (KgaA) seines Schwiegervaters Ernsthermann Kölln ein. Der Honorarprofessor für Betriebswirtschaftslehre in Kiel ist zugleich Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein sowie Honorarkonsul von Venezuela. Kompromisslose Qualitätspolitik setzt Driftmann jetzt in sechster Generation fort.

Stets habe das Unternehmen versucht, sich von Massenanbietern abzusetzen. "Dadurch haben wir uns unseren guten Namen geschaffen." Die Qualität der Haferflocken in den hell- und dunkelblauen Tüten beginnt bei der Auswahl des Getreides. Die beste Qualität beziehen die Köllnwerke aus Australien. "Der Hafer dort ist sehr gut und sehr teuer", erklärt der Chef.

Die Marktstellung des Unternehmens ist dennoch eindrucksvoll. Nach Kellog's liegt das 320 Mitarbeiter starke Unternehmen der Tonnage nach an zweiter Stelle bei tischfertigen Getreidespeisen, die in der Branche Cerealien heißen. Bei Haferflocken sind die Elmshorner nach eigenen Angaben "mit großem Abstand" Marktführer. Bei Frühstücksmüsli hält Kölln mit einem guten Fünftel Marktanteil knapp hinter Oetker den zweiten Platz.

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